|
Geheimnisse
des Himmels
Das Alter des Universums
Woraus
resultiert die Massenanziehung?
Wie werden
neue Planeten entdeckt?
Lichtgeschwindigkeit
Das Hubble Space
Telescope
Entfernung und
Positionsbestimmung.
Teleskope in
der Stratosphäre
Edwin Hubble
Berühmte Astronomen
Die Einstein-Rosen-Brücke
Glossar
Geheimnisse
des Himmels
Seit
Jahrtausenden schon betrachtet und erforscht der Mensch das
Firmament. Bereits in der Steinzeit brachten die
Menschen den Lauf der Sonne mit zyklisch wiederkehrenden
Wachstumsperioden in Verbin- dung. Seit etwa 6000
v.Chr. wurden sehr viele Gräber in Ost-West Richtung
ausgerichtet, also der Auf- und Untergänge
von Sonne und Mond. Um 3000 vor unserer
Zeitrechnung setzte in Nord- und Mittel-
europa der Bau kreisförmiger Monumente aus Stein und Holz ein,
die astronomisch ausgerichtet waren und vielleicht Sonnenkulte
diente. Chinesen und Inder, Ägypter und Babylonier
begannen zwischen 4000-3000 vor unserer Zeitrechnung mit
systematischen Beobachtungen des Sternenhimmels.
Griechische Gelehrte leiteten seit etwa 600 v.Chr.ihr damals
schon heliozentrisches Weltbild aus dem Lauf und den Erscheinun-
gen der Gestirne ab und berechneten unter
anderem den Erdumfang, die Entfernung
zwischen Sonne und Mond und die Erdrotation (Präzession).
Astronomische Entdeckungen und Berechnungen prägten nicht nur
ihre Wissenschaft, sondern auch den Alltag in
der Antike und im Mittelalter: als Beispiel sei hier
nur auf den Kalender und die Schiffsnavigation verwiesen. Ursprünglich
allein auf das begrenzte Sehvermögen ihrer Augen
angewiesen, waren bereits die "Sterngucker" im
Altertum und Mittelalter darauf bedacht, ihren Horizont zu
erweitern. Seit der Neuzeit wurden immer vielfältigere und
präzisere Instrumente entwickelt, mit denen der
Himmel beobachtet, vermessen und kartographiert
werden konnte (Fernrohre, Teleskope etc.). Das Paradoxon
dabei war: Je weiter der Mensch in
das Weltall blicken konnte, um so
größer schien es zu werden. Den Entdeckungen und Berechnungen
der Planeten in den letzten drei Jahrhunder- ten
folgte die Erkenntnis, dass noch weitere Galaxien
außerhalb unseres Sonnensystems und
unserer Milchstraße existieren. Aus den "weiteren"
wurden Milliarden, und niemand kennt bis heute
ihre genaue Zahl.

Das
Alter des Universums
Bisher
ging man von einem Alter des Universums von ca. 16 bis 20
Milliarden Jahren aus, jedoch behaupten neuerdings Astronomen
nach Auswertung jüngster Daten des Weltraumteleskops
Hubble, dass das Universum nur 12 Milliarden Jahre alt
ist. Es expandiert und wird stets weiter expandieren, wodurch
die Entfernungen zwischen den Sternen und Galaxien immer größer
werden wird. In 400 oder 500 Milliarden Jahren wird der nächtliche
Himmel leer sein und man wird nur noch ein paar Nachbargalaxien
sehen. Das Universum wird nicht kollabieren, wie bisher
angenommen, sondern die Materie wird noch weitere "tausend
Milliarden Milliarden Milliarden" Jahre lang existieren.
Dank der Hubble-Forschung sind die Astronomen in der Lage, mit
90%iger Genauigkeit zu berechnen, wie schnell das Universum
expandiert - eine Rate, die als die "Hubble-Konstante"
bezeichnet wird. Edwin Hubble war der erste, der in den
zwanziger Jahren feststellte, dass sich die Galaxien voneinander
entfernen, statt still im Weltraum zu schweben. Je weiter sie
entfernt sind, je schneller bewegen sie sich weg Die
"Hubble-Konstante" berechnet ihre Geschwindigkeit auf
50-100 km pro Sekunde pro Megaparsec Entfernung.
Ein Megaparsec liegt bei 3,26 Millionen Lichtjahren; in
Kilometern sind das 32.000.000.000.000.000.000 km - eine Zahl
mit 18 Nullen! Ein Lichtjahr ist die Entfernung, die das Licht
in einem Jahr zurücklegt.
Aufgrund dieser Konstante berechnete Hubble das Alter des
Universums auf nur zwei Milliarden Jahre - denn die Teleskope
seiner Zeit konnten nicht allzu weit blicken. Durch neue
Entdeckungen mit Hilfe von im Weltraum stationierter Teleskope
revidierte man die Zahl in den 90er Jahren auf 10-20 Milliarden.
Aber auch daran kamen Zweifel auf. Sterne schienen plötzlich älter
als das Universum selbst zu sein.
Nach neuesten Berechnungen beträgt das Alter des Universums
"nur" 12 Milliarden Jahre. Um diese Zahl zu errechnen,
hatten die Wissenschaftler 18 Galaxien beobachtet, die bis zu 65
Millionen Lichtjahre weit entfernt liegen, und sie mit Hilfe
einer seltenen Gruppe von Pulsarsternen, den Cepheiden,
kalibriert.
Woraus
resultiert die Massenanziehung?
Die
einzige korrekte Antwort auf die Frage nach der Massenanziehung,
die wir derzeit darauf geben können, lautet: Keine Ahnung! Die
größten Physiker der Gegenwart, wie der Brite Stephen Hawking
oder der Amerikaner Steven Weinberg, arbeiten seit Jahrzehnten
an dieser Frage. Sie ist nämlich gleichbedeutend mit der Suche
nach der berühmten Weltformel: einer Theorie, die alle vier
Grundkräfte auf der elementarsten, der Quantenebene vereint und
so das gesamte Universum physikalisch erklärt. Von der
Massenanziehung oder auch Gravitation ist bislang nur bekannt,
wie sie sich auswirkt: Jeder Körper, der über eine Masse erfügt,
übt diese Kraft auf andere massive Körper aus. Demnach zieht
nicht nur die Erde uns Menschen an, sondern auch umgekehrt wir
unseren Heimatplaneten, allerdings viel schwächer. Gravitation
nimmt mit der Entfernung zwar ab, sie wirkt aber dennoch
unendlich weiter - selbst bei kleinen Körpern wie einer Murmel.
Wenn wir also auf der Erde eine Murmel werfen, ist diese
Massenverschiebung theoretisch auch in 15 Milliarden Lichtjahren
Entfernung, am Rand des beobachtbaren Universums, noch spürbar.
Ein Ansatz der Astrophysiker ist es, die Gravitation mit
"Austauschteilchen" zu erklären, winzigen Partikeln,
die zwischen den Körpern hin und her fliegen und Kraft übermitteln.
Doch diese so genannten Gravitationen konnte bislang noch
niemand beobachten. Anders ist es bei den Austauschteilchen der
drei Grundkräfte im Universum. Sie konnten durch physikalische
Experimente nachgewiesen werden. Bei der so genannten starken
Kraft sind es die Gluonen: Sie halten die Atomkerne zusammen,
obwohl die darin enthaltenen positiv geladenen Protonen sich
gegenseitig abstoßen. Für die "schwache Kraft"
sorgen die W- und Z-Bosonen. Sie bewirken, dass Neutronen in
Positronen und negativ geladene Elektronen zerfallen, wobei
letztere mit hoher Energie ausgestoßen werden. Dieses Phänomen
kennen wir als Radioaktivität.
Bei der "elektromagnetischen Kraft" übermitteln
Photonen die Kraft. Sie haben im Unterschied Gluonen und W- und
Z-Bosonen keine Masse. Daher fliegen sie unendlich weit - nach
der Theorie der Physiker - ab einem bestimmten Energie-Level zu
einer einzigen Kraft; nur die Gravitation steht noch außen vor.
Das beste Modell für diese Kraft ist die allgemeine Relativitätstheorie
von Einstein. Demnach ziehen sich Massen gegenseitig an, weil
sie die Raumzeit krümmen. Bislang konnte kein Wissenschaftler
einen Fehler in dieser Theorie entdecken. Doch es ist auch nicht
gelungen, sie zu "quantisieren", wie die Physiker
sagen: die Gravitation, die wie Bosonen, Gluonen und Photonen zu
der Gruppe der Quantenteilchen gehören, sind nach wie vor
unentdeckt. Die Weltformel ist also immer noch unvollständig.
Gerade
mal fünf Jahre ist es her, da hat der Mensch auf der Suche nach
Planeten außerhalb unseres Sonnensystems erstmals Erfolg
gehabt: Michel Mayor und Didier Queloz vom Genfer Observatorium
entdeckten beim Stern 51 Pegasi im 47 Lichtjahre entfernten
Sternbild Pegasus einen Trabanten, etwa 1400-mal so groß wie
die Erde. Inzwischen haben die Astronomen 50 weitere
Planeten ausfindig machen können und es werden immer mehr.
Dabei können sie die Himmelskörper nicht direkt sehen, sondern
schließen aus dem Verhalten des jeweiligen Muttersterns auf
ihre Existenz. Sterne, in deren Umlaufbahn ein Planet kreist,
wackeln nämlich hin und her. Das liegt an der Massenanziehung:
Nicht nur der Stern zieht den Planeten an, sondern auch
umgekehrt. Je näher am Stern und größer der Planet ist, desto
deutlicher das Wackeln. Ist der Trabant von der Erde aus gesehen
auf der rechten Seite des Sterns, dann scheint sich auch dieser
nach rechts zu bewegen; Entsprechendes geschieht auf der linken
Seite. Sogar wenn der Planet hinter oder vor dem Stern steht, lässt
sich ein Unterschied in der Sternenposition erkennen. Allerdings
verschiebt sich nicht der Lichtpunkt selbst, sondern die Linien
in seinem Lichtspektrum; daran kann ein Astronom erkennen,
ob eine Lichtquelle sich auf ihn zu- oder von ihm wegbewegt. Bei
einem der so genannten "Exoplaneten" gibt es sogar
einen zusätzlichen Beweis für seine Existenz: Er kreist
153 Lichtjahre entfernt auf einer Bahn, die ihn einmal pro
Umlauf genau zwischen seinen Stern HD 209458 und die Erde bringt
und jeweils genau zu diesem Zeitpunkt verringert sich die
Helligkeit des Sterns um 1,7 Prozent, weil er zum Teil verdeckt
wird. Bei einigen Sternen stellten die Forscher zudem fest, dass
sie unregelmäßig wackeln, wie zum Beispiel der Ypsilon
Andromedae. Inzwischen ist klar, warum: An ihm "zerren"
gleich drei Planeten, deren Gravitationskräfte sich überlagern.
Der amerikanische Astronom Geoffrey Marcy vergleicht die Suche
nach Exoplaneten mit dem Betrachten eines Strandes aus weiter
Entfernung: "Zunächst haben wir nur die großen Findlinge
ausmachen können riesige Planeten noch größer als der
Jupiter. In den letzten Monaten ist es gelungen, auch kleinere
Felsbrocken zu identifizieren Planeten in der Größe von
Saturn. Für erdähnliche Planeten müssten wir jedoch einzelne
Kieselsteinchen am Strand erkennen können." Um das zu
erreichen, braucht man ein besseres Fernrohr. Darum wollen die
Astronomen in fünf Jahren vier Teleskopeper Satelliten ins
Weltall bringen, die dann im Verbund nach Planeten wie der Erde
suchen sollen Planeten, die vielleicht auch außerirdisches
Leben beherbergen.
© Hans
Magnus Solttauer
Lichtgeschwindigkeit
Nach
der Relativitätstheorie von Albert Einstein ist die
Lichtgeschwindigkeit nicht nur eine universelle Konstante mit
gleichem Wert in allen Systemen, sondern die höchstmögliche zu
erreichende Fortbewegungsgeschwindigkeit schlechthin. Das Licht
legt in einer Sekunde knapp 300 000 Kilometer zurück, was einer
siebeneinhalbfachen Umrundung der Erde entspricht.
Das Licht braucht: vom Mond etwas über 1 Sekunde
von der Sonne 8 Minuten
vom Jupiter 45 Minuten
vom Rand unseres Sonnensystems 5,5 Stunden
vom Orionnebel 1500 Jahre
zum Durchqueren unserer Galaxis ca. 100 000 Jahre
von den Magellanwolken 175 000 Jahre
von der am weitesten entfernten Galaxie 15 000 000 000 Jahre.
Das bedeutet u.a. auch, dass unsere Erde - selbst wenn sie noch
so hell strahlen würde - in gut zwei Drittel des uns bekannten
Universums gar nicht gesehen werden kann, denn sie ist gerade
mal 5-6 Milliarden Jahre alt.
Allerdings ist umstritten, ob die Lichtgeschwindigkeit tatsächlich
die höchstmögliche Geschwindigkeit ist, denn der US-Physiker
Lijun Wang vom NEC-Forschungslabor hat etwas geschafft,
was laut Einstein unmöglich ist: Er beschleunigte einen
Lichtimpuls auf die 300fache Lichtgeschwindigkeit - auf 90
Millionen Kilometer pro Sekunde. Das erreichte er, indem er eine
Kammer mit gekühltem Cäsiumgas füllte und dessen Atome mit
einem Laserstrahl anregte.
Dann schickte er einen aus verschiedenen Frequenzen
zusammengesetzten Lichtstrahl hindurch. Das Licht durchraste die
sechs Zentimeter lange Kammer 62 Nanosekunden schneller als die
Lichtgeschwindigkeit "erlaubt". (weitere Info: http://www.neci.nj.nec.com/homepages/lwan/
oder hier: http://www.sciam.com/2000/0900issue/0900scicit6.html
Das
Hubble Space Telescope
Noch
nie ist der Mensch so tief ins Universum vorgedrungen wie mit
dem Hubble Space Teleskope, dass als erstes im Weltall
stationiertes Teleskop Aufnahmen von Galaxien, Quasaren u.
Pulsaren sendet, zu denen vermutlich nie ein Mensch vordringen
wird.
Das Hubble Space Telescope ist eines der kostenreichsten
Projekte der modernen Raumfahrt. Vier Milliarden Dollar haben
Entwicklung und Betrieb bisher verschlungen. Entscheidend für
die Idee und Entwicklung des Hubble Space Telescope (HST) war
ein Manko, das mit den herkömmlichen Teleskopen nicht zu
umgehen war: der Ausblick auf die Sterne musste stets seinen Weg
durch die Erdatmosphäre hindurch nehmen, welche das Bild von
den Sternen nachhaltig trübt.
Um die natürliche Beeinträchtigung der Teleskopie durch die
Atmosphäre zu überwinden, wurde das HST entwickelt, das
nunmehr seit zwanzig Jahren die Erde außerhalb der Atmosphäre
in rund 600 Kilometern Höhe umkreist.
Die Vorteile des HST im Luftleeren Raum im Vergleich zu den herkömmlichen
auf der Erde stationierten Teleskopen lassen sich in vier
Punkten zusammenfassen:
1. Schärfere Bilder.
2. Kontinuierliche Beobachtung.
3. Wesentlich höhere Lichtempfindlichkeit und damit Reichweite.
4. Höheres Farbspektrum.
Die Hubble-Aufnahmen sind somit für die Astronomie von hohem
Nutzen. Zunächst hat das HST unser Wissen über einzelne
Prozesse im Weltraum nicht nur wesentlich erweitert,
sondern gelegentlich sogar korrigiert. Beispiel aus unserem
Sonnensystem sind etwa:
- die erste Kartierung der Oberfläche des
Planeten Pluto
- die Entdeckung von Sauerstoff auf den
Jupitermonden Europa u. Ganymed
- die Beobachtung turbulenter Atmosphären u.
erdgroßer Sandstürme auf Jupiter u. Saturn.
Noch bedeutsamer sind die Erkenntnisse, die wir aus anderen
Galaxien gewinnen konnten:
- massive schwarze Löcher im Zentrum von
Galaxien sind eher Regel als Ausnahme
- Gashüllen um sterbende Sterne zeigen einen
unerwarteten komplexen Aufbau
- täglich entstehen in der Milchstraße neue
Planeten
- es existieren auch außerhalb unserer
Galaxie sog. schwere Elemente, was die Wahrscheinlichkeit für
Planeten und Leben im All erhöht.
Somit kann man sagen, dass das HST mit seiner bislang
unerreichten Sehweite von mehr als 15 Milliarden Lichtjahren,
neue Stationen in der Entwicklungsgeschichte des All sichtbar
gemacht hat. So bestätigt die Spektrenanalyse des Lichtes weit
entfernter Galaxien die von Edwin Hubble aufgestellte
Theorie der Rotverschiebung. Die Bilder des HST sind ein Beleg
dafür, dass das Weltall expandiert. Unterstützt wird die These
vom Urknall unter anderem auch durch Aufnahmen von Quasaren - strahlendhelle
Kerne von Galaxien mit ungeheuren Energieausschüttungen.
Andererseits erlaubt uns das HST auch einen Blick in die
Zukunft. Beobachtungen von Galaxien, die unserer Milchstraße
sehr ähnlich, aber ungleich älter sind, lassen Rückschlüsse
auf die künftige Entwicklung unseres Sonnensystems zu. So hat
das HST in sterbenden Galaxien Fotos von alternden Sternen
geschossen, die sich in ihrem Endstadium ausdehnen und in
bizarre Skulpturen verwandeln. Diese Prozesse laufen wesentlich
komplexer und vielfältiger ab, als bisher angenommen. Diese
Beobachtungen lassen sich auf unsere Sonne übertragen. Auch sie
dehnt sich ständig weiter aus und eines Tages wird sie etwa
200mal größer als heute sein. Die dann ausgestrahlte Hitze
wird die Erde verbrennen und die Atmosphäre verdunsten lassen.
Aber damit ist in frühestens fünf Milliarden Jahren zu
rechnen.
Das
Hubble Space Telescope, ein Gemeinschaftsprojekt der ESA und der
NASA, ist ein reflektierendes, 2,4 Meter langes und 13 Tonnen
schweres Teleskop. Es besteht aus mehreren Komponenten, die
durch ein hohes Maß an Präzision, reibungsloses Funktionieren
gewährleisten:
- Optische Instrumente (Primär- u. Sekundärspiegel)
- Wissenschaftliche Instrumente (3 Kameras, 2
Spektrographen, hochempfindliche Steuersensoren, die Wide Field/Planetary
Camera-WFPC2 u. der Space Telescope Imaging
Spectrograph-STIS)
- Technische Hilfsinstrumente (Solarzellen, Wärmekontrollsystem,
Bordcomputer, folienartige Umkleidung = Isolationsmaterial,
Heizmechanismen).
Entfernung
und Positionsbestimmng
Astronomische
Objekte werden im wesentlichen durch zwei Kategorien bestimmt:
zum einen durch die Helligkeit, gemessen in Größenklassen, die
häufig über die Entfernung von der Erde Aufschluss geben
(nicht von ungefähr ist ein Lichtjahr eine Längeneinheit); zum
anderen durch die Position, die mit dem klassischen Winkelmaß
des Grades berechnet wird.
Ein Grad wiederum wird in 60 Bogenminuten unterteilt
(Kurzzeichen: das Apostroph, also 1°=60`). Zerlegt man eine
Bogenminute ihrerseits in 60 Teile, so erhält man die
Bogensekunde (1`=60``). Derart genaue Maßangaben sind bei den
Milliarden Sternen, die exakt kartografiert werden müssen, in
der Astronomie alltäglich.
Teleskope
in der Stratosphäre
Seit
einigen Jahren gibt es neue Strategien der Weltraumbeobachtung:
Fernlenkbare, von Ballons getragene Teleskope in der Stratosphäre
(12-50 Km Höhe) unseres Planeten. Die Stratosphäre bietet aus
mehreren Gründen weltraumähnliche Beobachtungsbedingungen:
Einerseits ist fast der gesamte Wasserdampf der Atmosphäre (über
99%), der für eine Zerstreuung der einfallenden Lichtstrahlen
verantwortlich ist, in der unteren Troposphäre konzentriert;
auch störende Witterungsbedingungen entfallen.
Außerdem lässt sich in dieser Höhe auch noch
Infrarotstrahlung registrieren, so dass das Farbenspektrum der
Aufnahme wesendlich erweitert wird. Von der Qualität und
Reichweite der Stratosphärenteleskope erwarten manche
Wissenschaftler ähnliche, wenn nicht sogar noch bessere
Ergebnisse als vom Hubble Space Telescope. Der Ausschlaggebende
Vorteil der Stratosphäreteleskope besteht freilich in der
kostengünstigeren Handhabung und Wartung. Um Reparaturen
vorzunehmen oder Instrumente auszutauschen, müssen die Ballons
lediglich an ihren Schnüren wieder eingeholt werden. Eine
Sinnvolle Alternative allemal.
Edwin
Hubble
Edwin
Powell Hubble (1889-1953) war einer der bekanntesten, wenn nicht
sogar der bekannteste Astronom unseres Jahrhunderts. Der
Forscher aus dem US-Bundesstaat Missouri hat bereits früh, im
Alter von acht Jahren, seine Leidenschaft für die
Astronomie entdeckt. An der Universität von Chicago begann 1906
seine akademische Laufbahn als Astronom, die ihn später auch
nach Oxford führen sollte. Hubble, der schon zu Lebzeiten als
Experte und anerkannte Größe auf seinem Fachgebiet galt, war
eng befreundet mit berühmten Zeitgenossen wie Albert Einstein
und Aldous Huxley. Seine wichtigsten Entdeckungen machte er mit
dem damals größtem Teleskop der Welt auf dem Mount Wilson in
Pasadena (Kalifornien). Hubbles Forschungsergebnisse haben
unsere Kenntnisse vom Universum grundlegend verändert.
So entdeckte er u.a.:
- andere Galaxien existieren außerhalb
unserer Milchstraße
- das Weltall dehnt sich aus (Expansion)
Letztere Erkenntnis verdankt der Astronom seiner Theorie der
Rotverschiebung: diese geht aus von der Prämisse, dass die
Helligkeit weit entfernter Galaxien in der Regel als Maß
für deren Entfernung gelten kann. Bei derart großen
Sternenansammlungen bildet sich nämlich ein Mittelwert über
alle Lichtstärken der zugehörigen Einzelsterne. Davon
ausgehend, übertrug Hubble das akustische Phänomen des Doppler
Effekts - demzufolge die Frequenz und damit auch die Wellenlänge
eines Tons sich verändern, sobald sich Geräuschquelle und Zuhörer
aufeinander zu (kurzwellig) bzw. von einander weg bewegen (längerwellig)
- auf das Licht. Mit anderen Worten: Je weiter sich Sterne von
der Erde entfernen, desto rötlicher erscheint ihr Licht (Rot
gehört zu den längerwelligen, energieärmeren Bereichen
des elektromagnetischen Spektrums).
Und in der Tat waren bei den Galaxien, deren Licht mit der
geringsten Intensität registriert wurde, die Linien ihres
Spektrums am stärksten ins Rot verschoben. Eine
Spektralanalyse des Firmaments in allen Himmelsrichtungen ergab,
dass sich fast alle lichtschwachen Himmelskörper von der Erde
fortbewegen. Hubble entdeckte darüber hinaus die Formel, mit
der auch heute noch die Geschwindigkeit der
auseinanderstrebenden Sterne berechnet wird. Seine Erkenntnis,
dass das Weltall expandiert, bildet die Grundlage der späteren
Theorie vom Urknall.
Berühmte
Astronomen
Der
griechische Astronom Hipparch
(190-125 v.Chr.) gilt als
Begründer der streng wissenschaftlichen, nicht auf Spekulation
beruhenden Astronomie. Er erstellte die ersten umfassenden
Sternenkataloge, der die Position von 850 Fixsternen enthielt.
Er entdeckte auch die Präzession des Frühlingspunktes.
Claudius
Ptolemäus (100-160
n.Chr.), Vollender der antiken Astronomie, Vertreter des
geozentrischen Systems, erklärte die Schleifenbewegung der
Planeten.
Nikolaus
Kopernikus (1473-1543),
Domherr und Astronom. Zweifelte an der Richtigkeit des
bisherigen geozentrischen Weltbildes u. der Theorie der
Planetenbewegung. Stellte fest, dass die Erde sich nicht nur um
sich selbst, sondern mit den anderen Planeten um die Sonne
dreht.
Galileo
Galilei (1564-1642) Italiener,
erbrachte durch Beobachtungen die Richtigkeit der
kopernikanischen Lehren. 1608 hatte der holländische
Brillenmacher Hans
Lippershey das erste Fernrohr
gebaut, das Galilei erstmals zu astronomischen Beobachtungen
einsetzte. Er entdeckte die Ringgebirge und Ebenen auf dem Mond,
die Sonnenflecken, die Lichtgestalten der Venus, die
Sternengestalt der Milchstraße und die Monde des Jupiter.
Betrachtete das Jupitersystem quasi als Abbild des Sonnensystems
und argumentierte die Richtigkeit des kopernikanischen
heliozentrischen Weltbildes.
Johannes
Kepler (1571-1642)
Mathematiker, beantwortete die bei Galilei noch offene Frage,
auf welcher Wese sich die Planeten um die Sonne bewegen. Er fand
1609 bei der Auswertung zahlreicher sehr genauer
Beobachtungsdaten des dänischen Astronomen Tycho
Brahe (1546-1630) die ersten
fehlerfreien mathematischen Beschreibungen der Planetenbewegung,
die Keplerschen Gesetze. Danach bewegen sich:
1. die Planeten
auf Ellipsenbahnen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht,
2. überstreicht
bei jedem Planeten der Leitstrahl von der Sonne zum Planeten in
gleichen Zeiten gleiche Flächensektoren.
3. Gesetz,
wonach die Quadrate der Umlaufzeiten zweier Planeten sich
zueinan-
der verhalten wie die dritten Potenzen der großen Halbachse.
Die Keplerschen Gesetze boten zwar eine korrekte mathematische
Beschreibung für die beobachteten Bewegungsvorgänge im
Sonnensystem, sagten aber nichts über die Ursachen aus.
Das heliozentrische Weltbild fand deshalb nur langsam
Anerkennung u. wurde von Seiten der geistlichen und weltlichen
Autorität bekämpft. Galilei wurde von der Inquisition der
Prozess gemacht und unter Hausarrest gestellt.
Isaac
Newton (1643-1727)beantwortete
mit der Entdeckung der Kraft, der alle Himmelskörper
unterworfen sind und die kosmischen Systeme zusammenhält, die
Frage nach der Ursache der Bewegungsvorgänge im Sonnensystem.
1687 veröffentlichte er sein Gravitationsgesetz.
Durch Galilei, Kepler und Newton wurde die Astronomie zu einer
modernen Naturwissenschaft, die auf Mathematik und Physik fußt.
Friedrich
Wilhelm Herschel (1738-1822),ehemaliger
Militärmusiker, aus Hannover nach England übergesiedelt,
entdeckte mit seinen selbstgebauten leistungsstarken Fernrohren
1781 den Planeten Uranus und erweiterte damit die Grenzen des
Sonnensystems. Untersuchungen u. Überlegungen zum Aufbau der
Milchstraße und zur Verteilung der Sterne im Weltraum. Parallel
zu ihm entwickelten Immanuel
Kant (1724-1804) und Pierre
Simon de Laplace (1749-1827) die
ersten Theorien zur Entstehung des Sonnensystems.
Urbain
Jean Joseph Leverrier (1811-1877)
und John Couch Adams
(1819-1892) schlossen aus den Bahnstörungen des Uranus auf
einen weiteren unbekannten Planeten und errechneten dessen Bahn,
was 1846 zur Entdeckung des Neptun durch Johann
Gottfried Galle (1812-1910) in
Berlin führte. Zum ersten Mal wurde ein Himmelskörper quasi am
Schreibtisch entdeckt.
Zuverlässige
Angaben bezüglich der räumlichen Verteilung im Weltraum und
der Entfernung von Sternen waren durch die Messung der ersten
Sternenparallaxe durch Friedrich
Wilhelm Bessel (1784-1846)möglich.
Gustav
Robert Kirchhoff (1824-1887)
und Robert
Bunsen (1811-1899)
führten 1859 die Spektralanalyse des Lichts in der Physik ein,
wodurch innerhalb kurzer Zeit ein ganzes Arbeitsgebiet der
Astronomie entstand: die Astrophysik. Nun konnten auch die von
Joseph von Fraunhofer
(1787-1826) entdeckten dunklen
Linien im Sonnenspektrum erklärt werden.
Die
ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts brachten gerade der
theoretischen Astrophysik entscheidende Fortschritte. Zwischen
1909 und 1913 fand Ejnar
Hertzsprung (1873-1967)
und
Henry Noris Russell
(1877-1957) den Zusammenhang
zwischen den Photosphärentemperaturen und den Leuchtkräften
der Sterne, die im sogenannten Hertzsprung-Russell-Diagramm
dargestellt werden. Der deutsche Astrophysiker
Albert Einstein
(1879-1955) revolutionierte mit
seiner speziellen (1905) und allgemeinen Relativitätstheorie
(1916) unsere gesamten Vorstellungen von Raum und Zeit
sowie der Erzeugung von Energie.
Dem britischen Astrophysiker Arthur
Stanley Eddington (1882-1944)
gelang es 1926, eine bis heute gültige Theorie des
Sternenaufbaus zu erarbeiten, und nur zwölf Jahre später erklärten
die deutschen Physiker Hans
Albrecht Bethe (*1906)
und Carl
Friedrich von Weizsäcker (*1912)
die Kernfusion als den Motor der Energieerzeugung
in den Sternen.
Edwin
Hubble (1898-1953)
entdeckte, dass außerhalb unserer Milchstraße unzählige
andere Galaxien existieren und dass das Weltall sich ausdehnt
(Expansion). Letztere Erkenntnis verdankt der Astronom
seiner Theorie der Rotverschiebung.
Die vorläufige Grenze unseres Sonnensystems definierte 1930
Clyde William Tombaugh
(*1906) am Lowell-Observatorium mit
der Entdeckung des neunten Begleiters unserer Sonne, dem
Planeten Pluto.
Die
Einstein-Rosen-Brücke
Albert
Einstein und Nathan Issak Rosen formulierten vor einem
halben Jahrhundert die Theorie, dass
Raumschiffe mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 250 000
km/sec in das Gravitationsfeld eines Schwar- zen Lochs eintreten
könnten, wonach sich ein 600 Quadratmeter großes
"Sternentor" öffnen lässt um in die Zeitlose Passage
des Universums einzutreten. Innerhalb dieser
zeitlosen Passage - so die Einstein- Rosen-Theorie -
könnte man von einem Ende zum
anderen Ende des Universums, beliebig
hin und herreisen.
Glossar
|
Asteroid
(auch Planetoid) Kleiner,
meist in großen Gruppen oder Asteroidengürteln
auftretender Himmelskörper, vermutlich
Trümmer von zerstörten >Planeten
oder >Kometen.
Im Unterschied zu >Meteoriten
meist in der Umlaufbahn von >Sternen
oder Planeten
|
| Cluster.
Dichte
Anhäufung von Gestirnen.
|
|
Doppelsternensysteme.
Zwei eng benachbarte >Sterne samt ihren Trabanten,
aus großer Entfernung oft nur als einziger Stern
wahrzunehmen (z.B. der Polarstern).
|
|
Galaxie,
Galaxis.
Um einen Kern
angeordnetes (meist spiralförmig o. elliptisch)
System aus >Milchstraße, >Sternen
u.
>Nebel.
|
|
Grad
Celsius (C)/Fahrenheit(F)/Kelvin(K).
Temperaturmaßeinheiten.
Im unterschied zu der in Mitteleuropa geläufigen
Gradeinteilung nach Celsius liegt der Gefrierpunkt des
Wassers auf der in Großbritannien und den USA gebräuchlichen
Fahrenheit-Skala bei 32°, während der Siedepunkt bei
212° erreicht ist. Umrechnungsformel:
1(F)=1,80x(C)-32
Die Kelvin-Skala entspricht der Einteilung nach
Celsius, nur der Nullpunkt ist zugleich der absolute
Nullpunkt der Temperatur (-273°C)
|
|
Kometen.
Himmelskörper,
der sich im
>Sonnensystem
auf exzentrischer Bahn um die Sonne bewegt.
|
|
Meteoriten.
Kometen-
oder Planetentrümmer in einem >Sonnen-
system, der ziellos umherschwirrt, bis er - angezogen
durch die Gravitation - auf einen >Planeten
einschlägt.
|
|
Milchstraße.
Formlose, aus unzähligen
>Sonnensystemen
und
>Sternen
zusammengesetzte Sternengruppe, am Firmament als
schwachleuchtendes "milchiges" Band zu
erkennen. Eine Ansammlung von Milchstraßen, die sich
wiederum um einen zentralen Stern gruppieren, nennt
man auch Milchstraßensystem oder >Galaxis.
|
|
Nebel
(planetarische).
Gebilde aus Gas- und Staubwolken, die oft von einem
hellen, sterbenden >Stern
abgegeben und beleuchtet werden.
|
|
Neutronenstern.
Kleiner,
extrem dichter >Stern,
der auf grund seines hohen Anteils von Neutronen als
Endprodukt eine >Supernova
angesehen wird.
|
| Quasar.
Extrem heller
Galaxienkern mit starker Radiofrequenz.
|
|
Planeten.
Himmelskörper, der in
einem >Sonnensystem die Sonne in regelmäßigen,
meist elliptischen Bahnen umkreist.
|
|
Pulsar.
Schnell rotierender >Neutronenstern,
der in regelmäßigen Abständen für kurze Dauer
Radiostrahlen emittiert und deshalb wie eine
"Boje" im Meer des Universums erscheint.
|
|
Roter
Riese.
Rötliche
Sterne mit geringer Temperatur im Endstadium, in
seinem Inneren aufgrund thermonuklearer Prozesse
(Wasserstoffverbrennung) zu gigantischer Größe aufbläht;
kollabiert später nicht selten zu einem Weißen
Zwerg.
|
|
Schwarzes
Loch.
In sich zusammengestürzter
Stern, der unsichtbar bleibt, weiter aufgrund seiner
extrem verdichteten Masse ein so starkes
Gravitationsfeld bildet, dass er alle umgebende
Materie - einschließlich des Lichts - anzieht.
|
|
Sonnensystem.
Durch Gravitation einer Sonne zusammengehaltenes
System aus Planeten, Trabanten, Kometen, Meteoriten
und interstellare Materie.
|
| Stern.
Massive, heiße, selbständig
leuchtende Gaskugel. |
|
Supernova.
Sterneneruption, bei der
ein Teil oder der ganze Stern explodiert; meist
Resultat eines sterbenden Sterns, der sein
Gravitationsgleichgewicht nicht mehr halten kann.
|
| Trabant.
Himmelskörper, der einen
Planeten umkreist.
|
|
Weißer
Zwerg.
Stern mit kleinem
(planetengroßen) Durchmesser, aber hoher Helligkeit
und Dichte; nicht selten hervorgegangen aus einem
Roten Riesen, der sein Wasserstoffgehalt durch
Kernreaktionen aufgebraucht hat und darauf kollabiert
ist.
|


[
Home | Prähistorie
| UFO`s
| Philadelphia
Experiment | Tunguska
| Berichte
| Astronomie
| Raumfahrt
| Esoterik
| Bilder
]
[ Vorwort
| Links
| Forum
| Gästebuch
| Awards
| Impressum
| Sitemap
| Webringe
]
I
|