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Als
am 21. Juli 1969, um 3.56 Uhr Neil Armstrong aus der Apollo
11-Mondfähre „Eagle“ klettert und als erster Mensch den
Mond betritt, sagt er „That`s one small step for a man; one
giant leap for mankind“ - etwa: ein kleiner Schritt für
einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit.
Um dieses Ziel zu erreichen, erklärt Jahre zuvor der
amerikanische Präsident, John F. Kennedy, die Mondlandung zur
nationalen Herausforderung. In einer Rede am 25. Mai 1961 sagt
er: "Ich glaube daran, dass diese Nation sich dem Ziel
verschreiben sollte, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Mann
auf dem Mond zu schicken und ihn wieder sicher zurück zu
holen".
Mit der Ansicht, dass nichts die Menschen mehr beeindrucken würde,
als ein auf dem Mond umherwandelnder Mensch, begeben sich beide
Supermächte zu Beginn der sechziger Jahr in einen ehrgeizigen
und gnadenlosen Konkurrenzkampf, um dieses Ziel so schnell wie möglich
und natürlich jeweils vor dem Gegner zu erreichen.
Als erster Mensch umkreist der Russe Juri Gagarin am 12. April
1961 die Erde u. die amerikanische Raumfahrttechnik gerät ins
hintertreffen.
Nach Kennedys Rede von 1961 beginnt eine gigantische Aufholjagd
der Amerikaner, nicht zuletzt inspiriert durch den
Raketenspezialisten Wernherr von Braun, den man auch den
"Vater der Mondlandung" nennt (er konstruiert die
Raketen, die die Apollo Crews ins All bringen wird). Auf die
Frage, was von Braun auf dem Mond eigentlich suche,
antwortet dieser: "Die Russen".
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"Gibt
es nichts, womit wir sie schlagen können?"
Am 20. April 1961 schrieb
Kennedy eine Notiz an seinem Vizepräsident, die eine Lawine
auslösen sollte: |
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"Entsprechend
unseren Absprachen möchte ich sie als Vorsitzenden des
National Aeronautics and Space Council bitten, einen Gesamtüberblick
über unsere Raumfahrtsituation erstellen zu lassen. |
1.
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Haben
wir eine Chance, die Sowjets zu schlagen, indem wir ein
Labor im Weltraum errichten oder durch einen Flug um den
Mond oder durch eine Rakete zur Landung auf dem Mond, die
einen Menschen hin- u. zurückbringt? |
| 2. |
Existiert
irgendein Weltraumprogramm, das dramatische Resultate
verspricht, mit dem wir gewinnen können? |
| 3. |
Was
würde es zusätzlich kosten? |
4.
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Arbeiten
wir an bestehenden Programmen 24 Stunden am Tag? Wenn nicht,
warum nicht? Wenn nicht, machen Sie mir bitte Vorschläge,
wie die Arbeit beschleunigt werden kann. |
5.
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Sollten
wir beim Bau großer Raketen den Schwerpunkt auf nukleare,
chemische oder flüssige Treibstoffe oder eine Kombination
aus allen dreien legen? Werden maximale Anstrengungen
unternommen? Erzielen wir die notwendigen Resultate?
Ich habe Jim Webb, Dr. Wiesner, Verteidigungsminister
McNamara und andere verantwortliche Regierungsmitglieder
gebeten, uneingeschränkt mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Ich
möchte gern zum frühestmöglichen Zeitpunkt Ihren Bericht
bekommen."
gez.
John F. Kennedy |
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Quelle: Zimmer, Harro: "Das NASA-Protokoll".
Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 1997, Seite 65.
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Mit
Alen B. Sheppard Jun. fliegt nun auch der erste Amerikaner ins All.
John Glenn ringt den Russen sogar einen kleinen Sieg ab, indem er im "Friendship
7" die Erde drei mal umrundet. Doch wieder sollten die Russen die
Amerikaner abhängen, denn der Russe Alexander Leonow ist es, der am 18. März
1965 als erster Mensch die schützende Raumkapsel verlässt. Ein dramatisches
Abenteuer beginnt, denn Leonow schwebt in Lebensgefahr. Die Raumanzüge sind
auf der Erde konzipiert und Möglichkeiten sie im Vakuum zu testen, gibt es
bis dahin noch nicht. Niemand weiß, wie sich solch ein Anzug im Vakuum verhält.
"Nachdem ich eine Stunde im Vakuum war, hat sich der Raumanzug
deformiert. Ich bin praktisch im Raumanzug versunken. Meine Füße waren aus
den Schuhen raus, meine Finger glitten aus den Handschuhen. Beim Ausstieg
hatte ich in der Luke noch zwei Zentimeter Platz an den Schultern. Diese
Reserve war jetzt verschwunden. Ich hatte ein Riesen Problem, wieder zurückzukehren".
Leonow lässt Druckluft aus seinem Anzug ab, ein tödliches Risiko, doch der
russische Kosmonaut kann sich retten.
Das Weltraumrüsten erreicht seinen Höhepunkt und die Amerikaner sind im
Zugzwang.
Aber schon Apollo 1 endet in einer Katastrophe. Das Unglück geschieht schon
am Boden: Kabelbrand beim letzten Trainingscheck von Apollo 1. Von einer
Sekunde zur nächsten steht die Kapsel in Flammen. Die Astronauten haben keine
Chance, sie verbrennen bei lebendigen Leib.
Mit Apollo 8 gelingt die erste Mondumrundung und nun sind die Amerikaner im
Kampf um die Eroberung des Alls auf der Überholspur. Der Weg für Apollo 11
und damit zur ersten Landung auf dem Mond ist frei.
Zunächst jedoch, nur drei Tage vor Apollo 11, startet am 13. Juli 1969 auf
russischer Seite Luna 15 und erreicht erfolgreich die Bahn zum Mond. Im Westen
wird dies als "böse Überraschung" und als "Geist aus
Moskau", der Apollo begleitet, gewertet. Die USA schicken Frank Borman,
Kommandant von Apollo 8, nach Moskau, um auch über Luna 15 zu sondieren.
Teleskope überall auf der Welt verfolgen die Mondsonde, um sicherzustellen,
dass sie keine Gefahr für die Mondlandemission darstellt. Moskau
beschwichtigt, gibt aber offiziell keine speziellen Ziele der Mission bekannt.
Am 16.Juli startet Apollo 11, alles läuft nach Plan, der Traum einer ganzen
Nation, ja der gesamten Menschheit, soll Wirklichkeit werden. Neil Armstrong,
Michael Collins und Edwin E. Aldrin Jr. haben sich lange auf die über 400.000
km lange Reise vorbereitet.
Nach dem Einschuss in die Mondflugbahn wird "der Adler aus dem Käfig"
geholt, die Landefähre "Eagle" von der S-IVB getrennt. Am 19. Juli
schießt das Haupttriebwerk der Columbia das Mondfluggerät in die Umlaufbahn
um den Mond. Einen Tag später ist es dann soweit. Armstrong und Aldrin
begeben sich in die Mondlandefähre und koppeln sie vom Mutterschiff ab, in
dem Collins verbleib.
Doch auch bei der Landung gibt es Probleme: Der Bordcomputer meldet Überlastung
und der Lander befindet sich nicht auf korrektem Kurs. Man hat die Gravitation
des Mondes falsch berechnet. Der Lander gerät in ein Fußballfeld großes
Gebiet von Geröll, völlig ungeeignet zum landen.
Armstrong schaltet das automatische Landesystem ab und steuert den Lander wie
einen Helikopter über das Feld hinweg und sucht nach einem anderen geeigneten
Landeplatz, während er vom Kontrollzentrum das Ende des Treibstoffs gemeldet
bekommt. Schließlich findet Armstrong eine geeignete Stelle und bringt den
Lander in letzter Sekunde runter.
Um 21 Uhr 17 MEZ setzt die Mondfähre schließlich im Mare Tranquillitatis
sanft auf. "Houston, Transquillity Base here", melden die
"Lunonauten" zur Erde, wo unglaublicher Jubel der angespannten
Stille weicht. Die Sensation ist perfekt, und die Menschen in den Straßen
Europas und der westlichen Welt bleiben vor den Schaufenstern, die mit TV- Geräten
dekoriert sind, stehen, um diesem Weltereignis ein Stück näher zu sein.
Amerika ist mit Recht stolz!
Die "Lunonauten" hält es nicht in ihrer kleinen Fähre, sie drängen
die Flugleitung, schon gleich aussteigen zu dürfen. In Deutschland ist es
wenige Sekunden nach 3 Uhr 56, als Neil Armstrong seinen linken Fuß auf den
Mond setzt und seine berühmt gewordenen Worte ausspricht.
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Die
Apollo 11 Crew: Armstrong, Collins u. Aldrin
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Erster
Fußabdruck eines Menschen auf dem Mond
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In
zweieinhalb Stunden sammeln die Mondmänner Bodenproben, hissen das
Sternenbanner und bauen Messgeräte auf dem
Mond auf. Präsident Nixon telefoniert währenddessen mit ihnen.
Kurz vor 19 Uhr MEZ startet der Aufstiegsteil der Fähre vom
Mond in eine Mondumlaufbahn. Dort erfolgt dann
die Kopplung mit dem "einsamsten Mann der Welt" und der
Umstieg zu Collins ins Mutterschiff. Nachdem man die Mondfähre los wurde,
beginnt der Rückflug zur Erde.
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Präsident
Nixons Ansprache für den Fall eines Scheiterns der
Mission zum Mond
Viel
hätte schief gehen können, bei der Mondlandung. Man
wusste z.B. nichteinmal, wie der Mond auf das Aufsetzen
der 2,5 Tonnen schweren"Eagle" reagiert, ob
eines der Landebeine einsackt. Oder ob durch das Triebwerk
aufgewirbelte Steine einen Tank durchlöchern. Als die
Astronauten kurz nach der Landung einen Heliumtank entlüften,
friert das austretende, minus 268 ºC kalte Edelgas ein
Ende einer Spritleitung ein. Die Restwärme des
Landetriebwerks erhitzt den in der Leitung
eingeschlossenen Treibstoff. Der Druck steigt und wenn die
Leitung platzt, könnte Treibstoff auf das heiße
Triebwerk spritzen und explodieren.
Die Raumanzüge sind mit dem Versorgungsrucksack PLSS unförmig
und in der Kabine der "Eagle" ragen überall
Schalter, Monitore und Kabel hervor. Armstrong und Aldrin
müssen extrem aufpassen, nichts kaputt zu machen.
Auch könnten Geschosse aus dem Weltraum das
Sauerstoffsystem der Mondfähre beschädigen oder die
Astronauten verletzen, gar könnte ein Fenster der Fähre
brechen...
Aber auch beim Start der Landefähre gibt es ein Problem:
die Armaturenbretter sind mit Hunderten Schaltern bestückt,
aber ausgerechnet den wichtigsten von ihnen bricht Aldrin
vor dem Ausstieg beim Anlegen des sperrigen Raumanzugs ab,
nämlich den Knopf für die Zündung des Triebwerks!
Fieberhaft suchen die Astronauten einen Weg, die innere
Mechanik des Schalters zu betätigen. Sie schaffen es
mithilfe eines Kugelschreibers.
Auch weiß niemand, ob das Triebwerk überhaupt anspringt.
Bei Erprobungen war ein Exemplar explodiert und zwei
gingen in Flammen auf.
Das Risiko, auf dem Mond zu stranden, war also groß.
Wenn die Astronauten bei der
Mondlandung gestrandet wären, hätte Präsident Richard
Nixon diese schon vorsichtshalber vor der Mission
ausgearbeitete Ansprache an die amerikanische Nation
gehalten:
"Das Schicksal hat
bestimmt, dass die Männer, die zum Mond geflogen sind, um
ihn friedlich zu erforschen, dort in Frieden ruhen werden.
Diese Mutigen Männer, Neil Armstrong und Edwin Aldrin,
wissen, dass es keine Hoffnung für sie gibt. Aber sie
wissen auch, dass in ihrem Opfer eine Hoffnung für die
ganze Menschheit liegt. Diese beiden Männer geben ihr
Leben für eines der nobelsten Ziele der Menschheit: die
Suche nach Wahrheit und Erkenntnis. Sie werden betrauert
von ihren Familien und Freunden; sie werden betrauert von
ihrem Vaterland, sie werden betrauert von den Völkern der
Welt, sie werden betrauert von Mutter Erde selbst, die es
wagte, zwei ihrer Söhne in das unbekannte zu entsenden.
Mit ihrer Expedition brachten sie die Völker der Welt
dazu, wie ein einziges zu fühlen; mit ihrem Opfer stärken
sie die Gemeinschaft aller Menschen. In der Antike
schauten die Menschen zu den Sternen, um in ihren
Konstellationen ihre Helden wiederzuerkennen. Heute ist
das nicht viel anders, nur sind unsere Helden Menschen aus
Fleisch und Blut. Andere werden folgen und ihren Weg nach
Hause sicher finden. Die Suche des Menschen wird nicht
vergeblich sein. Aber diese Männer waren die Ersten, und
in unseren Herzen werden sie die ersten bleiben. Weil
jeder, der in der Nacht zum Mond hinaufblickt, wissen
wird, dass nun ein kleinen Flecken einer anderen Welt für
immer der Menschheit gehört."
Quelle:
PM Magazin Juli 2001, Seite 12/13, "Die Katastrophe
auf dem Mond"
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Cockpit der "Eagle"
Um Raum u. Gewicht zu sparen, hatte man auf Sitze verzichtet.
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Wissenschaftliche Maßstäbe des Apollo-Programms
Eine
Aufstellung von Paul Lowman vom Goddard Space Flight
Center:
-
Geologische u. geophysikalische Exploration vor Ort an
sechs Landestellen.
- Rückführung von 385 kg Gestein u. Bodenproben von
sechs Landestellen.
- Aufbau von sechs geophysikalischen Messstationen mit Geräten
für Seismologie, Wärmefluss, Bodeneigenschaften,
lokale Felder und andere Phänomene.
- Fernerkundung aus dem Mondorbit zur Geologie des
Trabanten. Daten über Magnetfelder, Gasemission, Topographie,
Strukturen unter der Oberfläche und andere
Eigenschaften.
- Ausgedehnte Fotografie des Mondes mit Panorama-, Multispektral- und Handkameras sowie metrischen
Kameras im
Rahmen von insgesamt neun Missionen, darunter sechs
Lande-Unternehmen.
- Ausführliche visuelle Beobachtungen aus dem Mondorbit.
- Inspektion von Surveyor 3 und Zurückführung von Bauteilen zur Untersuchung
der Einwirkung von 31 Monaten
Mondmillieu.
- Ausgedehnte Fotografie der Erde aus dem Orbit mit Multispektral- und Handkameras zur
Überprüfung des Landsat-Konzeps zur Erderkundung.
- Aufbau von Laser-Retroreflektoren an verschiedenen
Stellen der Mondoberfläche, die Entfernungsbestimmungen mit
der Genauigkeit von einigen Zentimetern ermöglichen.
- Einsatz des ersten Teleskops auf dem Mond, mit dem
UV-Aufnahmen der Erde u. anderer kosmischer Objekte erhalten
wurden.
- "Einsammeln" von Sonnenwind-Teilchen mit auf
der Oberfläche platzierten Aluminiumfolien.
- Himmelsfotografien aus dem Mondorbit.
- Untersuchungen zur kosmischen Strahlung auf der
Mondoberfläche, im Orbit und im Raum zwischen Erde und
Mond.
Quelle:
Zimmer, Harro: "Das NASA-Protokoll". 1997
Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart, Seite 143.
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Sechs
Astronauten Duos fliegen nach Apollo 11 auf den Mond und der Flug zum
Erdtrabanten scheint Routine. Doch mit Apollo
13 nimmt alles eine dramatische Wendung. Ein Sauerstofftank explodiert. Die
Wirkung ist verheerend. Das Raumschiff verliert an Energie. Im
Schiff sitzen nun die Astronauten ohne Strom. Es ist dunkel und kalt. Einen
Plan B, den man für solch einen Notfall aus dem
Schubfach holt, gibt es nicht.
Nun beginnt ein Rennen gegen die Zeit. Die Männer am Boden entwickeln einen
gefährlichen Plan: Die Mondkapsel soll als Rettungsschiff
dienen und die Astronauten sicher zur Erde bringen. Niemand weiß, wie die
Mondkapsel unter diesen Bedingungen arbeiten wird, dafür
ist sie nicht konzipiert. Innerhalb einer Stunde muss die Crew das ganze
Equipment umladen. Ein weiteres Problem sind die
Luftfilter in der Mondkapsel, die verbraucht sind. Der Sauerstoff
an Bord wird immer geringer, die Astronauten drohen zu ersticken.
Innerhalb von Minuten müssen die Männer auf der Erde behelfsmäßige
Luftfilter nur mit den an Bord der Mondkapsel
befindlichen Ausrüstungsgegenständen bauen, die die Astronauten in der
Kapsel auf Anleitung aus der Kommandozentrale nachbauen. So soll
ein Klebeband, ein Stück herausgerissenes Papier und ein Kanister, das
Leben der Astronauten retten. Um die Restenergie für den
Wiedereintritt in die Erdatmosphäre aufzusparen, lassen die
NASA-Einsatzleiter die Kapsel durch die Gravitation um den
Mond fliegen. Im Mondschatten gibt es kein Funkkontakt...
Nach 72 Stunden Angst landet die Crew der Apollo 13 mit ihrer Mondlandekapsel
in Florida. Niemand ist verletzt. Die größte Rettungsaktion in der
Geschichte der Raumfahrt ist glücklich beendet.
Nach dieser Leistung wird die NASA selbstbewusster, man sah, dass man auch in
schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewaren kann und die Probleme
lösen kann. Die Amerikaner werden mutiger. Das Apollo-Programm wird auf Eis
gelegt, der Mond scheint erforscht. Jetzt geht es darum, tiefer
ins All vorzudringen.
Das Space
Shuttle-Programm wird gestartet - die erste wiederverwertbare
Raumfähre im All.
Das Shuttle fliegt huckepack ins All, es klebt wie ein Magnet an einer Trägerrakete,
die später, wenn sie ausgebrannt ist, abgeworfen wird und in der Atmosphäre
verglüht. 5 Computer checken im Shuttle ständig die Systeme. Die Crew
ist mit technischen, wissenschaftlichen und medizinischen
Experimenten beschäftigt, z.B. die Auswirkung der
Schwerelosigkeit auf den Menschen. Am Ende der jeweiligen Mission landet das
Shuttle mit 310 km/h ohne Triebwerke wie ein Segler und wird mittels
Fallschirmen gebremst.
Das Space Shuttle-Programm ist für 3 Starts für je 4 Shuttle pro Jahr
konzipiert, damit kommt die NASA auf jährlich 12 Flüge,
aber das Budget erlaubt nur 6 bis 8 Flüge. Im Juli 1975 dockt zum
ersten mal ein Apollo Raumschiff an die russische Sojus an.

Das
Space Shuttle Huckepack an der Trägerrakete
Mit
SDI beginnt der "kalte Krieg" im Weltraum. Der amerikanische Präsident
Ronald Reagan plant die Stationierung von Atomwaffen und Killersatelliten im All. Deshalb bleiben die Russen zunächst
unter sich, auf ihrer größten Errungenschaft: die Raumstation
MIR.
Die Russen haben ihre Konzentration über die Jahre darauf verwertet, Raumstationen
zu bauen und zu betreiben. Die NASA konzentrierte sich
darauf, ein wiederverwertbares Gerät, das Space Shuttle, zu bauen. Dass beide
irgendwann zusammen kommen, ist nur eine Frage der
Zeit. Später wird die Raumfähre Atlantis an der Station andocken. Der
deutsche Astronaut Ulf Mehrbold, einer der ersten Gäste, den die russische Mannschaft Zutritt auf der MIR gewährt, bleibt 32 Tage auf
der MIR und absolviert damit den längsten Aufenthalt eines Westeuropäers.
Dann am 28. Januar 1986 geschieht die größte Katastrophe der bemannten Raumfahrt:
das Space Shuttle "Challenger" explodiert 78 Sekunden
nach dem Start.
Die NASA war auf alles mögliche vorbereitet, aber dass es solch eine
Explosion gibt, damit hat Niemand gerechnet.
Die 7 Astronauten, darunter zum ersten mal ein Weltraumtourist, eine Lehrerin,
sind auf der Stelle Tod. Unglücksursache ist eine Handteller große Dichtung, die defekt ist. Für 3 Jahre wird das Space
Shuttle-Programm gestoppt.
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Der
Lunar Rover
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Die
Raumfähre Challenger explodiert
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Das
größte Raumfahrtprojekt des 21. Jahrhunderts ist die Internationale
Space Station (ISS), eine Weltraumstation die
alle Rekorde schlägt; so groß wie ein Fußballfeld. Sie wird ab dem
Jahre 2003 ständig von 7 Crew-Mitgliedern bewohnt sein und
kostet 100 Millionen Dollar.
Schon heute trainieren Teams aus der ganzen Welt für ihren Einsatz auf
der ISS an originalgetreuen Modulen unter Wasser, - die
einzige Möglichkeit, annähernd schwerelose Trainingsbedingungen zu
simulieren.
Die Zeiten in denen eine Nation allein solche Projekte finanzieren kann, sind
vorbei, und damit hoffentlich auch der erbarmungslose Wettlauf
zwischen Amerikanern und Russen.
So sind mehrere Nationen gemeinsam
an der Entwicklung und dem Bau der ISS beteiligt, angefangen bei der
NASA über Russland, der ESA, Kanada und Japan. Die einzelnen Module werden in
den verschiedenen Ländern unter Eigenregie gebaut und später im All
zusammengefügt. Unterschiedliche und modernste Technologien werden zum
Einsatz kommen und für die spätere Crew optimalste Bedingungen
geschaffen. Die meisten Befehle zur Kontrolle und Navigation zum Beispiel,
wird die Mannschaft von kleinen tragbaren Laptops machen. So können
sie das Cockpit praktisch überall mit hinnehmen, egal, in welchem Modul der
Raumstation sie sich gerade befinden. Das gibt der Crew natürlich eine viel
größere Flexibilität.
Flexibilität, die unbedingt notwendig ist, für das wichtigste Projekt des
neuen Jahrtausends: die Besiedelung des Mars!
© 2000 by Torsten Migge
Quellen:
Neben einer Fernsehsendung über die Mondlandung (Sat1 1999), Zeitschriftenartikel, Internet und die NASA-Homepage seien benannt:
CD-Rom "Apollo - Der lange Weg zum Mond", Hemming EDV-Beratung GmbH,
Zimmer, Harro: "Das NASA-Protokoll". 1997 Franckh-Kosmos Verlag
Stuttgart,
Zimmer, Harro: "Der Rote Orbit. Glanz und Elend der russischen
Raumfahrt". 1996 Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart,
PM Artikel "Die Katastrophe auf dem Mond", PM Magazin 7/2001.
Einige
interessante Links:


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