Transkript zur "Space-Night"- Sendung auf Bayern3:

Von Klaus Simmering

 

 

Ich persönlich glaube nicht daran, daß es UFOs gibt, in denen Wesen aus fremden Welten die Erde besuchen. Was ich vor mir liegen hatte, waren allesamt Fakes. Fälschungen. In die Luft geworfene Radkappen, ein Kinderball Taschenlampen in der Nacht. Oder ans Fenster geklebte Papierschnipsel.
Aber ich träumte davon, dass wir eines Tages vielleicht selbst welche bauen könnten. Echte. Mit einem Antrieb, der auf Knopfdruck die Erdanziehung ausschaltet, uns schwerelos macht und zu den Sternen fliegen lässt. Nur ein schöner Traum? Ich war da nicht mehr so sicher.
Schuld daran waren Experimente, mit der Schwerkraft, von denen in wissenschaftlichen Publikationen die Rede war. Und es hing alles zusammen mit dieser unscheinbaren Scheibe. Sie könnte verantwortlich dafür sein, dass unsere Welt bald anders aussieht. Ganz anders. Denn wenn das stimmte, was ich gehört und gesehen hatte, dann waren wir tatsächlich...

AUF DEM WEG ZUM UFO-ANTRIEB.

Ich war in Tampere in Finnland. Auf dem Weg zu dem Mann, der als erster, durch puren Zufall, eine entscheidende Entdeckung gemacht hatte. Eugene Potkletnow. Ihm ist gelungen, was nach Meinung fast aller Physiker völlig unmöglich ist.
Podkletnov behauptet, einen Teil der Schwerkraft, der Anziehungskraft der Erde, abgeschirmt zu haben. Hier, an der technischen Universität von Tampere, hat er ein Experiment aufgebaut, das das Unmögliche beweisen sollte, gegen alle Regeln der Physik. Doch als das bekannt wurde, bekam der russische Chemiker und Materialwissenschaftler keinen Orden, sondern verlor seine Stellung. Die Uni will nichts mehr damit zu tun haben. Sein Experiment ist abgebaut. Doch in seinem Kopf und in seinen Aufzeichnungen existiert es weiter. Ich begann zu träumen... Stand uns damit nicht der Weg zu den Sternen offen? Richtig hinaus ins Universum? Denn wenn es möglich sein sollte, die Schwerkraft zu besiegen, könnte man wesentlich effektivere Antriebe bauen als diese riesigen Düsen der Saturn V. Zwar hatten es diese Düsen geschafft, Menschen auf den Mond zu bringen, aber Tausende Tonnen Treibstoff, Millionen von PS waren nötig, nur um sich erst einmal von der Schwerkraft der Erde zu lösen.
Könnte man die Schwerkraft, diese Kraft, die alles runterzieht, dagegen einfach abschirmen, ein Tipp mit dem Finger würde genügen, um uns nicht nur zum Mond, sondern überallhin zu bringen. Doch wie sollte das gehen? Ich hing an Federn und Gegengewichten und probierte am Simulator den Mondspaziergang aus. 1/6 der Erdschwerkraft. Da kann man schon große Sprünge machen. So müsste man sich fühlen, wenn ein Teil der Schwerkraft abgeschirmt wäre. Ganz ohne, könnte die Bewegungsfreiheit grenzenlos sein. Einen Augenblick konnte ich sie wirklich erleben: Die Schwerelosigkeit. Beim Space Shot. Denn wenn man ungehemmt fällt, spürt man sein Gewicht nicht mehr. Fast wie im Weltall, wo die Astronauten sie tatsächlich erleben. Aber auch sie hält die Erde fest in ihrer Umlaufbahn, genau so wie den Mond. Nirgendwo im Weltall gibt es einen Stoff, den die Schwerkraft nicht durchdringen würde. Noch im hintersten Zipfel des Universums ist sie spürbar. Wo Masse, wo Materie ist, da ist auch Anziehungskraft. Kein Material der Welt kann sie abschirmen. Das alles würde bis heute gelten, wenn es nicht diese Scheiben gäbe. Supraleiter, die - schon merkwürdig genug - elektrischem Strom keinerlei Widerstand entgegensetzen, aber magnetische Felder nicht durchlassen und auf ihnen schweben. Von solchen Scheiben, kann die Schwerkraft abgeschirmt werden. Durch sie geht sie nicht ungehindert hindurch. Wenn man es richtig anstellt, wird alles, was sich über ihnen befindet, so hatte mir Podkletnov erzählt, leichter. Und zumindest auf dem Papier zeigt er mir, wie er das gemacht hat. Alles war eingebaut in ein großes Stahlgefäß mit etwa einem Meter Durchmesser... ... und gefüllt mit flüssigem Helium, um es herunterzukühlen. Das Herzstück der Apparatur: Eine große supraleitende Scheibe. Über Elektromagneten ließ Podkletnov sie schweben. Dies war die Voraussetzung für die Messungen, den er eigentlich machen wollte: Materialprüfungen an dem Supraleiter. Über weitere Spulen versetzte er die supraleitende Scheibe in schnelle Drehung. Mehr als 5000 Umdrehungen pro Minute. Dann passierte es. Bei seinen Messungen entdeckte er, daß jedes Gewicht über der drehenden Scheibe 1 bis 2 Prozent leichter wurde.

FRAGE: "In welchem Moment dachten Sie: Das muss ein Schwerkraft-Effekt sein?"

ANTWORT Podkletnov: "Es gab ein Schlüsselerlebnis. Wir arbeiteten noch spät in der Nacht und einer unserer Kollegen schaute bei uns herein. Ein netter Typ mit einem langen Bart. Und er rauchte eine Pfeife. Er sagte: 'Hallo Leute' und blies den Pfeifenrauch über unsere Geräte. Und dabei haben wir festgestellt: Der Rauch kam zu unserem Gerät, traf auf eine ungewöhnliche, unsichtbare Barriere und stiegt dann sofort hoch.
Ich zeige das mal an der Zeichnung. Dies ist die Fläche über dem Supraleiter. Und wenn der Rauch von hier kam, dann stoppte er hier für eine gewisse Zeit - etwa eine Sekunde oder so - und ging dann hoch zur Decke. Überrascht, so erklärt er mir, hätten sie den Luftdruck gemessen. Über der Scheibe war er deutlich messbar geringer. Doch die größte Überraschung erlebten sie im Stockwerk über ihnen. Und zum Schluss, um ganz sicher zu sein, gingen wir rauf zu unseren Kollegen, die im Stockwerk über uns arbeiteten. Wir kamen mit dem Barometer in ihr Labor und haben mitten im Raum angefangen und versucht, eine Stelle mit geringerem Luftdruck zu finden. Wir waren überrascht, aber wir haben ganz leicht die Stelle finden können. Sie war hundertprozentig dort, wo sich im Stockwerk drunter unsere supraleitende Scheibe drehte. Das war ein sehr klarer Beweis, dass wir es hier tatsächlich mit einer Art von Abschirmung der Schwerkraft zu tun hatten." Zu schade, dass das Experiment in Finnland zerstört war. Podkletnovs Veröffentlichungen hatten Furore gemacht. Doch die Physik lehnte die Erklärung durch einen Schwerkraft-Effekt rigoros ab. So etwas gibt es nicht. Schon von der Theorie her - unerklärlich. Doch in Turin in Italien sollte ich einen Wissenschaftler treffen, der das ganz anders sieht, beim Kongress der internationalen astronautischen Federation. Hochkarätig besetzt, tauschen hier Vertreter von NASA, DLR, ESA und anderen Raumfahrtagenturen ihre Erfahrungen aus. Schubkraft, Nutzlast. Kosten. Ein Treffen für Realisten. Nichts für Träumer. Präsentiert wird das Neueste in Punkto Antriebstechnik, Raumstation und Satellitenbau. Auch bei den kühlen Rechnern taucht meine Vision wieder auf. Die Raumfahrt braucht den Sprung in eine andere Dimension. Science Fiction Modelle - ein Wegweiser für das kommende Jahrhundert? Der UFO-Antrieb - ein Thema für ernsthafte Raumfahrttechniker? Durchaus - wenn auch nicht unter diesem Namen.
Ich treffe hier Giovanni Modanese, einen jungen, theoretischen Physiker aus Italien mit steiler Karriere. Er hält hier einen Vortrag in  der Abteilung "Das äußere Sonnensystem und darüber hinaus".
Das Thema - zu ersten mal öffentlich vorgestellt: Podkletnovs Experiment und seine quantentheoretische Erklärung. Modanese wagt sich weit vor: Im Widerspruch zu Einsteins berühmter Formel stehe das, was Podkletnov beobachtet hat. Ganz besondere Bedingungen im Inneren des Supraleiters seien es, die die Schwerkraft - mal vereinfacht ausgedrückt - aufsaugen würden. Gewagt und äußerst karriereschädigend, wenn sich das als falsch herausstellen sollte. Aber Modanese vertraut Podkletnov.
ANTWORT Giovanni Modanese: "Ich bin zu dem Schluss gekommen: Man kann ihm vertrauen. Weil der von Podkletnov gemessene Effekt nicht gerade klein ist, kann es sich hier nicht um ein Mischmasch aus gewöhnlichen Messfehlern handeln. Der Effekt ist sogar recht groß. 1 Prozent, das ist vergleichsweise viel. Deshalb glaube ich nicht, dass er große Fehler gemacht haben kann. Wenn wir ihm vertrauen können, ihm als Person meine ich, dann ist der Effekt eine Tatsache." Und auch andere nehmen Podkletnovs Ergebnisse ernst. Ich bin in Huntsville, Alabama, in den USA, auf dem Weg zum Marshall Space Flight Center der NASA. Ihr käme es gerade recht, Raumschiffe mit einem Anti-Schwerkraft-Antrieb auszustatten. Wie ich erfahren habe, war man hier dabei, das Experiment von Podkletnov zu wiederholen. Wir wären dumm, sagte man mir, wenn wir das nicht versuchen würden. Ich treffe hier Whitt Brantley, den Chef der Forschungsabteilung für besondere Projekte. Er ist seit den Sechzigern bei der NASA. Sein erster Auftrag war es damals, eine bemannte Marsmission zu planen. Heute, 30 Jahre später, machen ihm Podkletnovs Experimente wieder neuen Mut.

ANTWORT Whitt Brandley: "Das beste wäre, wenn wir das Schwerefeld um ein Raumschiff herum manipulieren könnten. Vorn ein starkes und hinten ein schwaches Feld, um mit jedem beliebigen Wert beschleunigen zu können, ohne tödliche Beschleunigungskräfte, die einen Menschen zermalmen würden. So könnten wir in kürzester Zeit hohe Geschwindigkeiten erreichen, ohne dass die Astronauten an der Hinterwand zerquetscht würden." Seit einem Jahr arbeitet die NASA daran. In diesem Labor soll Podkletnovs Experiment so genau wie möglich wiederholt werden. Stück für Stück arbeitet sich Projekt Delta g, was soviel heißt wie Manipulation der Schwerkraft, an dieses Ziel heran. Natürlich treffe ich hier die supraleitende Scheibe wieder - unverzichtbares Acessoir eines Experimentes, das die moderne Physik auf die Probe stellt.
Noch ist es der NASA nicht gelungen, eine ebenso große Scheibe herzustellen wie Podkletnov, der dafür allerdings auch drei Jahre gebraucht hatte. Supraleiter herzustellen, ist eine Kunst für sich. Auch alles andere aus Podkletnovs Beschreibung findet sich hier wieder. Der Supraleiter wird in ein Stahlgefäß gesetzt, in dem die ganze Apparatur auf tiefste Minusgrade gekühlt werden kann. Auch hier gibt es Spulen, die Felder erzeugen und man hofft, über der Scheibe einen deutlichen Schwerkraft-Abschirmungs-Effekt messen zu können. Projekt Delta g ist Teil des Breakthrough Propulsion Programm. Ein Forschungsprogramm, das den Durchbruch in der Antriebstechnik schaffen soll. Man ist sich bewusst, dass dafür die Grenzen der bekannten Physik gesprengt werden müssen. Aber nur so, das weiß man, kann ein Raumflug zu den Sternen Wirklichkeit werden. Ron Kozor ist der Chefingenieur. Ich frage ihn, wie weit man bisher mit der Wiederholung von Podkletnovs Experiment gekommen ist.
ANTWORT Ron Kozor: "Bis jetzt konnten wir einige Vor-Versuche mit nicht-drehenden Scheiben machen. Die Resultate, die wir gemessen haben, waren nicht so groß wie die, von denen Podkletnov berichtet. Aber das entmutigt uns keineswegs, denn wir haben auch nichts anderes erwartet, solange die Scheibe sich nicht dreht. Alle Experimente, von denen er berichtet, setzen voraus, daß die Scheibe sich mit hoher Geschwindigkeit drehen muss." So einfach ist das mit der Drehung nicht. Schon viele Scheiben sind hier zerbrochen. Auch die Messung ist schwierig. Kurze Zeit glaubte man schon, den Effekt gefunden zu haben. Aber als die Störsicherheit für das hochempfindliche Schwerkraft-Messgerät verbessert wurde, war das Ergebnis wieder weg.
ANTWORT Whitt Brantley: "Wir hoffen ein Ergebnis zu bekommen und es mag viele Jahre dauern, wenn es überhaupt möglich ist, zu begreifen, warum es funktioniert. Aber wir hoffen, dass es funktionieren wird. Und dass wir gerade genug davon begreifen, um den Effekt noch zu verstärken." Nicht weit von der NASA liegt die Universität von Huntsville. Ich treffe hier eine Physikerin aus China, die beides macht: Theorie und Experiment. Sie arbeitet eng mit der NASA zusammen. Die Studenten rennen ihr die Tür ein. Obwohl - oder gerade weil auch sie sich weit vorwagt in der Physik.
ANTWORT Ning Li "Anti-Schwerkraft ist ein verbotenes Wort in der physikalischen Gemeinde, denn die denken alle: Wer damit herumspiel, der muss verrückt sein. Schwerkraft hat kein Gegenstück. Jede Masse ist positiv. Niemand hat bislang eine negative Masse entdeckt. Wenn wir also die Schwerkraft beeinflussen wollen, dann heißt es: Wie soll das gehen? Das ist die allererste Frage, die man beantworten muss: Warum können Sie das?"
Dr. Ning Li kann es und weiß auch warum. Der Supraleiter ist auch für sie das wichtigste Werkzeug, denn in seinem Inneren ist es möglich, Elementarteilchen mit höchster Geschwindigkeit sich drehen zu lassen. Und genau das müsste nach ihrer Theorie ein Feld erzeugen, das die Schwerkraft verändert. Ganz erheblich. Und deutlich messbar. Hier in diesem Behälter. "Also habe ich alle bekannten Messdaten in eine Formel gesetzt und gerechnet. Ich bekam fast die gleiche Größe dabei heraus wie die des Gravito-magetischen Feldes der ganzen Erde. Das hat mir Hoffnung gemacht. Wenn wir die Elementarteilchen dazu bringen, sich sehr sehr schnell zu drehen, dann können wir Schwerkraft herstellen, eine andere Art von Schwerkraft." Wir sind die ersten, die einen Blick in dieses Labor werfen dürfen. Aber schon nach fünf Minuten müssen wir wieder raus. Die Testläufe finden nur hinter verschlossenen Türen statt. Doch Dr. Ning Li lässt keinen Zweifel daran, dass sie nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis auf dem richtigen Weg sei. "Man kann die Schwerkraft der Erde verstärken, man kann sie abschwächen, man kann sie in jede Richtung lenken. Ich habe eine Theorie. Ich werde sie veröffentlichen. Ich habe die mathematischen Ausarbeitungen. Ich werde sie darlegen. Ich denke, das Theoriemodell ist ausgereift. Ich werde es der ganzen wissenschaftlichen Welt sagen: Anti-Schwerkraft ist nicht mehr was zum Lachen. Es ist reine Wissenschaft, die darauf wartet, daß wir die Augen aufmachen und die Ergebnisse ernst nehmen.
Was wir jetzt machen, ist zu beweisen, daß es eine Tatsache ist. Ich denke, die Experimente von Podkletnov haben den Effekt sonnenklar gezeigt. Ich habe alle Daten des Experiments in meine Formeln eingesetzt und gerechnet. Es ist zu erwarten, daß die Schwerkraft um 1 Prozent verändert wird. Genau das hat er entdeckt! Er hat mir gezeigt: Meine Theorie ist richtig!" Was passiert hinter diesen blicksicheren Fenstern? Nach offizieller Verlautbarung der Universität gab es noch keinerlei Ergebnis. Trotzdem hatte ich das Gefühl, auf der Suche nach dem Schwerkraft-Effekt noch nie so dicht dran gewesen zu sein wie hier.

Sollte doch möglich sein, was die moderne Physik für unmöglich hielt? War die Schwerelosigkeit auf Knopfdruck tatsächlich denkbar? Oder besser: Konnte man ihr wenigstens ein kleines Stück näherkommen? Mir schwirrte der Kopf. Hatte Einstein den Effekt schon vorhergesehen, wie Ning Li sagte, die ihre Theorie unmittelbar aus der Relativitätstheorie ableitete? Oder hatte Modanese, der italienische Quantentheoretiker recht, der den Effekt für unvereinbar mit Einstein hielt? Der Supraleiter, auch dieses kleine Exemplar, das ich bei mir hatte, gab Rätsel auf. Ich beschloss, die Theorie erst mal zu vergessen. Ich wollte wissen: Wie wird so ein Supraleiter eigentlich gemacht? Ich bin in Columbus, Ohio, bei der Firma Superconductive Components. Eine Firma, vor 10 Jahren gegründet, drei Monate, nachdem eine neue Form von Supraleitern entdeckt worden war. Die weisen auch bei relativ hoher Temperatur, der von flüssigem Stickstoff, schon supraleitende Eigenschaften auf.
Die wesentlichen Zutaten: Yttrium, Barium und Kupferoxid. Ein keramischer Stoff, der - merkwürdig genug - bei normaler Temperatur ein absoluter Nicht-Leiter ist. In einem komplizierten Prozess, der Stunden, aber auch Jahre dauern kann, wie bei Podkletnovs Supraleiter, wird aus den pulverigen Zutaten in mehreren Durchgängen eine feste Scheibe gebrannt. Verkauft werden sie z.B. als höchst effektive Strom-Zwischenspeicher für Kraftwerke. Nicht zu vergessen ein paar hundert an die NASA zu Forschungszwecken. Sollte dies tatsächlich der Stoff sein, der Einfluss auf die Schwerkraft hatte? Wenn Podkletnovs Schwerkraft-Effekt erst einmal hundertprozentig wiederholbar wäre, würden hier sicherlich bald Scheiben für alle möglichen Anwendungen hergestellt: Für die Forschung, für Transportmaschinen, für alles, was bei niedriger Schwerkraft besser geht. Und, ja, vielleicht irgendwann einmal sogar auch Scheiben, die solche Raketen- Düsen ins Museum schicken würden. Supraleiter für den UFO-Antrieb. Ich bin in Yellow Springs, einem kleinen Städtchen in der Nähe von Columbus.
Ein College, ein Motel, eine Kneipe. Aber gerade hier, so war mir versprochen worden, sollte ich ihn endlich zu sehen bekommen, den Effekt. Zeigen wollte ihn mir John Schnurer. Collagelehrer, Erfinder, Wissenschaftler. In seinem Labor soll die Abschirmung der Schwerkraft Wirklichkeit werden. John Schnurer ist für viele Überraschungen gut. Wenn es eine Muse gibt, in der Wissenschaft, dann hat sie ihn geküsst. Ein enorm hitzebeständiges Material, besser als Asbest, aber dabei ungefährlich und billig.
Ein lupenreiner Rubin - ohne jede Einschlüsse, 115 Karat, made by John Schnurer - von einem echten, so sagt er, nicht zu unterscheiden. Ein wissenschaftlicher Tausendsassa mit Interessen quer durch die Physik. Doch sein Labor ist äußerst bescheiden. Bei der Vermarktung seiner Erfindungen, sagt er von sich selbst, sei er ein absoluter Versager. Sein Herz gehört nun mal der reinen Wissenschaft. Einschließlich der Aufhebung der Schwerkraft, die er grundlegend vereinfacht und zum Patent angemeldet hat. Scharlatan oder Genie? Ich bin gespannt.
Auch Schnurer will die Schwerkraft mit einem Supraleiter abschirmen- die schwarze Scheibe über den drei Magnetspulen. Eine drastisch vereinfachte Konstruktion. Seine Scheibe muss sich nicht drehen. Alles über der Scheibe will er leichter machen. Flüssiger Stickstoff, um den Supraleiter auf seine Arbeitstemperatur herunterzukühlen. Und eine simple Balkenwaage, um zu messen, wie stark der Abschirmungseffekt ist. Vier Münzen sind die Probe, deren Gewicht er reduzieren will. Sie kommen oben, über die Scheibe. Und dann taucht er alles zusammen in den Kühlbehälter. Wenn die Scheibe dazu in der Lage ist, einen Teil der Erdanziehung abzuschirmen, wird diese Seite der Balkenwaage leichter und geht nach oben. Die andere Seite der Balkenwaage, beschwert mit einem Gegengewicht, geht dann runter und die elektronische Briefwaage wird dann, wenn es funktioniert, mehr anzeigen. Eine halbe Stunde lässt er die Konstruktion abkühlen, bis sich alles beruhigt hat. Und dann geht es los.
Schnurer: "Bitte kommen Sie zur Waage, dann sehen Sie mit welchem Wert wir starten. Ungefähr 23,15 Gramm." Noch ist die Waage ruhig. Der Effekt tritt ein sobald John Schnurer den Stromkreis zu den Spulen unter dem Supraleiter schließt.
"Jetzt erzeuge ich das Feld.... ÜBERSETZER Sagen wir ein Spitzenwert von 23,7 Gramm."
Das war's schon... John Schnurer rechnet aus, um wie viel Prozent die Abschirmung die Münzen während des Versuchs leichter gemacht hat. ÜBERSETZER "Macht etwas über 2 Prozent.... Ich bin zufrieden mit - sagen wir konservativ - 2 Prozent... So sieht's aus.

FRAGE "Wie können Sie sicher sein, ich meine, dass es sich um einen Schwerkraft-Effekt handelt?"

ANTWORT "Ich weiß nicht, ob es ein Schwerkraft-Effekt ist. Aber ich weiß, dass es ein ungewöhnlicher Effekt ist. Alles was ich tun kann, ist auf die Beobachtungen zu vertrauen und nach meinen Möglichkeiten Unbekannte auszuräumen." Überraschend hat er uns für den nächsten Tag wieder eingeladen. Er will noch ein Experiment machen. Es soll die Vermutung, dass es sich um einen Schwerkraft- Effekt handelt, weiter erhärten. Statt vier Quaters nimmt er diesmal acht. Er verdoppelt das Gewicht der Probe. Es geht nicht um die Frage, ob es auch mit 8 Quaters geht. Doch wichtig ist, wie stark der Effekt diesmal sein wird. Stärker? Schwächer? Oder prozentual gemessen gleich stark? Das wäre in der Tat ein gewichtiges Argument für einen Schwerkraft-Effekt, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass unerwünschte Nebeneffekte sich genau mit dem Gewicht der Probe verdoppeln. Ansonsten ist alles genauso wie gestern. John Schnurer beginnt, die Felder zu erzeugen.
Schnurer "2,6 Prozent. Es ist proportional zum Gewicht. Es wächst mit dem Gewicht, fast haargenau. Das war ein sehr guter Durchgang." Werde ich jemals wieder Steine schmeißen können, ohne an Supraleiter und den Abschirmungseffekt zu denken? Natürlich wissen wir, wie ein Stein zu Boden fällt. Aber warum?
Noch kennt niemand, wirklich die Ursache der Schwerkraft. Wodurch diese Kraft erzeugt wird, die das Universum zusammenhält. Kosmische Katastrophen, Schwerkraft-Schockwellen, die durch das Weltall rasen. Wie entsteht dieser Stoff, dieses Feld, diese Energie? Das ist so unklar wie die Ursache der Kraft, die einen Stein zu Boden fallen lässt.
Könnten wir vielleicht durch ihre Abschirmung besser lernen zu verstehen, was Schwerkraft wirklich ist?
ANTWORT Giovanni Modanese: "Ich denke, wir können eine Menge lernen. Ich persönlich, ich habe eine Menge gelernt, für das Studium der Quantengravitation, den Versuch die quantenmechanische Basis der Schwerkraft zu verstehen. Von jeder anderen Kraft in der Natur wissen wir, daß sie durch den Austausch von Teilchen entsteht. Wir haben ein grundlegendes quantenmechanisches Verständnis. Für die Schwerkraft fehlt das bislang. Deswegen glaube ich, dass wir jetzt viel besser verstehen werden, wie die Schwerkraft funktioniert."
Es zog mich noch einmal nach Finnland. Doch es war nicht die Theorie. Ich suchte Nahrung für meine UFO-Träume. Eugen Podkletnov hatte Andeutungen gemacht, von weiteren Versuchen im Geheimen, vielleicht in Moskau. Und von Fluggeräten, die auf seinem Effekt basierten. Graviflights. Weil der Effekt auch die Luft über der Scheibe 2% leichter mache, könne man den Luftdruck , der dann über der Scheibe niedriger sei als unter ihr, ausnutzen. Podkletnov beschreibt den Auftrieb wie beim Flugzeugflügel. Die Luft drückt das Gefährt hoch. Doch das sei nur der erste Schritt.
ANTWORT Eugene Podkletnov: "Der zweite Typ von Graviflights werden Fluggeräte sein, die Schwerkraftwellen zurück zur Erde reflektieren. Und unsere vorläufigen Experimente zeigen, das das möglich ist. Doch der Reflexionwinkel ist begrenzt. Diese Fluggeräte werden viel kleiner sein und wesentlich schneller. Es wird möglich sein zu fliegen, wie im Science Fiction, oder in UFOs. Aber, nach allem was wir jetzt wissen, ist das ist kein Märchen, sondern Wirklichkeit. Das wird die Transportmaschine für das 21. Jahrhundert."

FRAGE "Sind Sie ein Spinner?"

ANTWORT Podkletnov: "Manchmal zweifle ich schon. Aber letztlich bin ich sicher: Nein, ich spinne nicht. Ich bin einfach ein Experte in den Materialwissenschaften und ich weiß, was ich tue."

Webgestaltung:  © 2001 by Torsten Migge

 

 

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