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Gab es im Tertiär schon Hochkulturen?
Auch
zu Urgroßvaters Zeiten dachte man bereits darüber nach
von
Heinz Schumann
Nach
dem Woher und Wohin der menschlichen Gesellschaft hat man
anscheinend schon immer gefragt. Da es aber hierzu wohl keine
eindeutige Antwort gibt, ist man dabei Forschung zu betreiben.
Die Evolutionstheorie gibt eine Erklärung ab, leider aber
passen die für diese Form der Entwicklung erforderlichen Zeiträume
nicht ganz zu unseren bisherigen Erkenntnissen. Das Alter und
der Entwicklungsstand der Spezies Mensch schlägt doch irgendwie
aus der Art: Seine Intelligenz brachte es mit sich, dass er sich
Schrift schuf um über alle möglichen und unmöglichen Dinge
ohne Sichtkontakt, Verständigung zu ermöglichen und außerdem
seine Erkenntnisse für die Nachwelt aufzubewahren. Er schuf
Technik um sein Dasein auf diesem Erdball zu erleichtern. All
dies scheint ihm ganz gut gelungen. Dennoch reicht seine
Intelligenz nicht aus, um die Folgen seines Verhaltens von der
Nachkommenschaft abzuhalten. So gehört dazu, dass auf die Frage
nach dem Woher der Menschheit schon viel nachgedacht wurde, um
so aus der Vergangenheit etwas für die Zukunft zu lernen. Aber
das Ergebnis befriedigt nur wenig. Die dabei entwickelten
Weltbilder wurden Basis für Werkzeuge um Massen zu leiten und
zu lenken. Jede Änderung eines solchen Weltbildes erfordert den
Aufbau neuer Werkzeuge. So werden die, welche sie benutzen ihr Möglichstes
tun um das Alte zu erhalten. Auch werden Weltbilder zerstört,
durch andere ersetzt, um neuen Machthabern den Einsatz ihrer
Werkzeuge zu ermöglichen. Als im Mittelalter das geozentrische
Weltbild, ausgelöst durch neue Erkenntnisse der Forschenden,
durch ein Heliozentrisches ersetzt werden sollte, gab es viel Ärger.
Die etablierte Macht scheute nicht davor zurück, Menschen auf
dem Scheiterhaufen zu verbrennen, die diese neue Anschauung
vertraten. Damit hat sie ihr Ansehen und ihre Autorität
verspielt; nicht aber das neue Weltbild. Aristarchos von Samos
lehrte es bereits 300 v. Chr. und es hat sich letztlich doch
durchgesetzt. Heute wissen wir das auch dieses Bild nicht
vollkommen war. Es erklärt aber eindeutig die Bewegung der
Planeten am Himmel, welche durch ihre scheinbare Schleifenbahn
Anlass zu vielen Diskussionen gaben. Solcher Art Beispiele
findet man mehrmals in der Geschichte der Menschheit. So ist
auch die Welteistheorie von Hanns Hörbiger bereits zu ihrer
Entstehungszeit stark umstritten gewesen und letztlich als
widerlegt in Vergessenheit geraten. Sie wird nicht mehr in die
Betrachtung mit einbezogen. Wir wissen, dass Wasser als
wesentlicher Grundbaustein des Kosmos unseren heutigen
Erkenntnissen zufolge, sieht man einmal von Kometen ab, als völlig
abwegig abgelehnt werden muss. Bewundernswert ist doch der
Versuch einer komplexen Deutung des kosmischen Geschehens allein
mit den physikalischen Eigenschaften des Wassers.
Wenngleich
ein Mondabsturz für den Marsmond Phobos prognostiziert wird, so
ist doch der sogenannte 'Mondeinfang' ein Vorgang, der nach den
heutigen Erkenntnissen der Astrophysik höchst unwahrscheinlich
ist. Ein Zusammenspiel der dazu notwendigen Voraussetzungen ist
bei der Grösse des Weltalls unwahrscheinlicher wie ein Fünfer
im Lotto. Nicht aber in alten Mythen und Legenden, wo einiges
geschrieben steht was Schulweisheiten in Frage stellt: Mythen
berichten von Zeiten in denen die Erde mondlos war [1], oder
aber auch einen Partner besass, der feststehend nur einen
grossen Schritt weit entfernt war. Auch ein Mythos aus Südamerika
(Tupi Indianer) besagt, dass der Mond von Zeit zu Zeit auf die
Erde falle und durch einen Neuen ersetzt werde [2]. Von
Aristoteles stammt der Hinweis auf die Proselenen
(Vormondmenschen) [3,4]: "Die Barbaren, welche Arkadien
bewohnten, seien von den Arkadieren vertrieben worden noch ehe
der Mond am Himmel erschien, weshalb sie Proselenen genannt
wurden". Apollonius von Rhodius, der Verwalter der
niedergebrannten Bibliothek von Alexandria, behauptete, dass Ägypten
vor allen anderen Ländern bewohnt gewesen sei und schreibt
weiter: " Noch nicht kreisten am Himmel die Gestirne alle,
noch waren die Danaer nicht da, nicht das deukalionisch
Geschlecht, vorhanden waren nur die Arkadier, von denen es
heisst, dass sie vor dem Monde lebten, Eicheln essend auf dem
Bergen [4]". Auch bei Platon und in der Bibel finden wir
Hinweise auf kosmische Ereignisse zu denen wir keinerlei
Beziehungen herstellen können. Zwei Bibelzitate seien erlaubt;
sie zeigen, dass Worte von unseren Vorfahren fixiert
wurden, die möglicherweise auf ein solches Naturereignis
hinweisen [5]:
"Sogleich aber nach jener Drangsalszeit wird die Sonne sich
verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren; die Sterne
werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels in Erschütterung
geraten." (Mat. 24,29-30)
"Weiter sah ich: als [das Lamm] das sechste Siegel öffnete,
da entstand ein gewaltiges Erdbeben; und die Sonne wurde schwarz
wie ein härenes Sackkleid [=Trauerkleid], und der Mond wurde
wie Blut; die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein
Feigenbaum seine unreifen Früchte abwirft, wenn ein Sturmwind
ihn schüttelt; der Himmel verschwand wie eine Buchrolle, die
man zusammenrollt, und alle Berge und Inseln wurden von ihrer
Stelle weggerückt." (Off. 6,12-14)
Mit
diesen Worten wird künftiges Prophezeit, oder auch Vergangenes
im Mantel der Prophetie, wie Hanns Hörbiger annimmt.. Wenn die
Bibel auf ein solches Ereignis hindeutet, warum soll nicht auch
in der Vergangenheit ein Solches stattgefunden haben? "Es
gibt nichts Neues unter der Sonne" heißt es an anderer
Stelle "was gewesen ist dasselbe wird wieder sein, und was
geschehen ist dasselbe wird wieder geschehen; es gibt nichts
Neues unter der Sonne. Kommt etwas vor, von dem man sagen möchte:
Siehe, dies hier ist etwas Neues!, so ist es doch längst
dagewesen in den Zeitläufen, die vor uns waren: es ist nur kein
Andenken an die früheren Zeiten geblieben, und auch für die späteren,
die künftig sein werden, wird kein Andenken übrigbleiben bei
denen die noch später kommen werden." (Prediger 1.9-11).
Bei
Platon im Timaios ist zu lesen wie ein ägyptischer Priester in
seiner Kritik zum griechischen Mythos ausspricht: "Denn was
auch bei euch berichtet wird, wie einst Phaethon, der Sohn des
Helios, den Wagen seines Vaters anschirrte und wie er dann, weil
er nicht auf dessen Spur fahren konnte, alles auf der Erde
verbrannte und selbst, vom Blitz getroffen, vernichtet wurde,
das klingt, so wie ihr es erzählt, ganz nach einem Märchen;
doch liegt schon etwas Wahres darin, nämlich die Abweichung der
Gestirne, die am Himmel um die Erde kreisen,..." (Platon,
Kritias [6]) Hier ist eindeutig die Vergangenheit bezeichnet.
Ganz dunkel wird angedeutet, dass es vor langer Zeit ein
Ereignis gegeben hat, welches zu einigen Veränderungen in den
Gestirnen geführt haben mag. Warum kann es nicht ein gewesener
Trabant sein, der da abgestürzt ist?
Persönlich
bin ich durch Zufall über ein altes Magazin aus dem Jahre 1936
mit der 'Welteistheorie' konfrontiert worden. In den Beiträgen
des Magazins findet man den Untertitel "Gab es in der Tertiärzeit
schon hohe Kulturen?". Ein Titel der jedem, welcher
derartigen Fragen offen gegenüber steht, aufhorchen lässt.
Dort korreliert der Autor Hanns Fischer die Welteislehre von
Hanns Hörbiger mit einer Arbeit von Edmund Kiss über den
Kalender vom Sonnentor am Titicacasee und kommt zu einer überraschenden
Feststellung: Er zieht dabei eine uralte Kultur in Erwägung,
deren grösste Spuren in Peru am Titicacasee zu finden sind. Er
zeigt, dass der Kalender vom Sonnentor eine durchaus irdische
Zeiteinteilung darstellt, wenn man von der Mondabsturztheorie
Hanns Hörbigers ausgeht und dessen hypothetische Daten eines
Vormondes (vor unserem Jetzigen) vor seinem Absturz als
Kalenderbasis, annimmt.
Heutzutage,
wo wir offen Fragen zur grauen Vergangenheit stellen dürfen,
gewinnen die alten Gedanken zu diesem Thema noch einmal an
Bedeutung. So sind wir dabei unser heutiges Weltbild zu
hinterfragen, um es eventuell durch ein Neues, Vollkommenes zu
ersetzen. Der Beitrag aus dem Jahre 36 kann hierbei durchaus die
Diskussion bereichern. Ist doch der vorgetragene Gedanke,
Absturz des Mondes und Ersetzen durch einen Neuen, für unser
Wissen um die Dinge eine schockierende Aussage die eigentlich
nur ein Kopfschütteln produzieren kann. Jedoch wäre eine
Ablehnung ohne Abwägen von 'Für und Wider' meiner Auffassung
nach, altem Dogmatismus sehr nahe. Hoffen wir, dass berufene
Idealisten unter uns das Thema aufgreifen und mit den heutigen
Erkenntnissen von Astrophysik und Mythologie nochmals
analysieren.
Doch
was erzählt uns der Autor Hanns Fischer unter dem Titel 'Eine
umwälzende Entdeckung' zu alten Kulturen:
Unter dem Verweis auf den Kalender am Sonnentor bei Tiahuanaku
stellt er die Frage nach einer Zeitrechnung in welcher der Monat
19 Stunden der Tag aber 30 habe. Eine Zeitrechnung, welche uns völlig
absurd erscheint, die aber im Sonnentor eingemeißelt ist. Das
es sich um einen Kalender handelt, bestreitet heute wohl niemand
mehr, schreibt Fischer. Der von Edmund Kiss entschlüsselte
Kalender umfasst ein Jahr von Winter- zu Wintersonnenwende. Auch
zeigt er zwölf Abschnitte, die, genauso wie wir heute von
Monaten reden, mit dem astronomischen Umlauf des Mondes so gut
wie gar nichts zu tun haben. Es sind zwölf Teile des Kalenders,
die wahrscheinlich auf die zwölf Tierkreiszeichen zurückgehen,
welche die Sonne im Laufe des Jahres durchwandert. Jedes dieser
Zwölftel zeigt 24 Tage; nur zwei sind zu finden die jeweils 25
Tage aufweisen. Daraus ergibt sich, dass das Jahr nur 290 Tage
besitzt, eine kaum glaubhafte Angabe. Dazu sind im Kalender für
einen Tag 30,2 heutiger Stunden angegeben. Eine recht seltsame
Art der Zeitrechnung. Da in diesem Kalender die Mondumläufe
ebenso wie die Mond- und Sonnenfinsternisse genau angegeben
sind, lässt sich rekonstruieren dass das Jahr 447 Monate
(Mondumläufe) gehabt haben muss. Bei 290 Tagen für das Jahr
ergibt sich die Monatslänge von 19,6 heutiger Stunden.
Innerhalb eines Jahrzwölftels wären laut Sonnentorkalender 38
Mondumläufe zu verzeichnen. Neben den Angaben zu der Zahl der
Minuten finden wir noch Einzelheiten zum Mondlauf wie
Mondknotenrücklauf (Mondknoten = Schnittpunkt der Mondbahn mit
der Ebene der Ekliptik) oder dem Mondapisadenvorlauf (Apisaden =
Bahnpunkte eines Trabanten mit der Größten und Kleinsten
Entfernung zu seinem Zentralkörper). Eine Tatsache, die nur dem
Fachmann vertraut ist. Alles in allem, ein Kalender, der an
Gutgläubigkeit und Phantasie erhebliche Anforderungen stellt,
schreibt Fischer. Diesem Urteil müssen wir uns vorerst Anschließen
und die Frage stellen: Ist es überhaupt ein irdischer Kalender?
Weiterhin liegt die Vermutung nahe, Kiss habe falsch entziffert.
Nimmt man aber die Welteislehre von Hanns Hörbiger zu Hilfe,
kommt man zu der Feststellung, dass dieser Kalender gar nicht so
abwegig ist.
Dazu
schreibt Fischer: "Dieser Hinweis geschieht nicht deswegen,
um der Welteislehre neue Anhänger zu gewinnen, sondern aus dem
Grund, weil hier ein Prüfstein vorliegt, wie ihn ein Weltbild
wohl niemals bisher zur Verfügung hatte. Wenn das Wort von der
voraussetzungslosen Wissenschaft nicht nur ein leerer Begriff,
sondern ein sittlicher Wertmesser ist, dann sei der
Vorurteilslosigkeit hier ein neuer Weg gezeigt" [7].
Diesen
Worten kann man sich getrost anschließen. Im Weiteren erläutert
er Aspekte der Welteislehre, die zu diesem Kalender Beziehung
haben. Die Lehre besagt, dass alle Monde, so wie auch unserer,
nicht wie es die Theorie fordert vom Zentralgestirn
abgeschleudert wurden, sondern als vorher selbständige
Planetenkörper von einem Zentralgestirn eingefangen wurden.
Dies aus folgendem Grund: Alle Planeten umkreisen das
Zentralgestirn nicht auf geschlossenen Bahnen, sondern ziehen
auf Spiralbahnen, auf das Zentrum zu. Dieses, in kosmischen
Zeiträumen erfolgende Hinsinken zum Zentralgestirn erfolgt um
so schneller, je kleiner der Körper ist. So wird sich also die
Erde schneller der Sonne nähern als der Jupiter. Es ist damit
verständlich, dass auf diesem Weg zum Zentrum ein kleiner Körper
dabei die Bahn eines größeren kreuzen kann. So lief auch
unserer heutiger Mond vor undenklichen Zeiten außerhalb der
Erdbahn um die Sonne. Vor etwa 13'000 Jahren, wie wir auf Grund
geologischer Befunde, aus Sagen und Berichten mit
"ziemlicher Sicherheit"[7] sagen können, geriet er in
den Anziehungsbereich der Erde, wurde von ihr eingefangen und
stellt nun unseren heutigen Mond dar, erzählt Fischer. Die
13'000 Jahre ergeben sich aus archäologischen Schätzungen
ausgegrabener Kulturschichten, vor allem aber auf der Tatsache,
das uralte Kalender wie etwa der Ägyptische, eine bezeichnende
Merkwürdigkeit aufweisen: [Der Kalender besitzt]
"...Sonnenkreise von jeweils 1'460 Jahren und Mondkreise
von 1'805 Jahren. Rechnet man nun zurück bis zu dem Punkt, an
dem der erste Mondkreis begann, so erhält man das Jahr 11'542
v. Chr., mithin das Jahr 13'500 vor der Gegenwart..."
Hier
werden richtige Erkenntnisse mit einer für uns fraglichen
Theorie gemischt, so dass es uns schwerfällt, die weiteren Ausführungen
weiter zu verfolgen. Aber spinnen wir den Gedanken einmal
weiter:
Wenn die Monde sich zu ihrem Zentrum hin bewegen, gibt es einen
Zustand, wo sie ihrem Zentralkörper so nahegekommen sind, dass
sich die eigene Gravitation mit der Anziehung des größeren
Zentralkörpers aufhebt. Dies ist der Zeitpunkt, wo sie in
Brocken zerfallen, die sich dann mit dem Zentralkörper
vereinen. Da aber anderseits die Schwerkräfte des Mondes auch
auf das Zentralgestirn wirken, wie an Flut und Ebbe auf der Erde
zu sehen ist, müssen diese Wirkungen bei Annäherung des Mondes
auch größer werden. "Ist vor undenklichen Zeiten einmal
ein Mond abgestürzt, [...] so sollten wir erwarten, die Spuren
derartiger Vorgänge auf unserer Erde entdecken zu können."
schreibt Fischer. Es gibt solche bereits von unserem heutigen
Mond. Aber dieser ist nicht der Einzige, den die Erde besaß;
Spuren weisen auf sechs oder auch sieben Monde hin. Diese Fußstapfen
finden wir in großgeologischen Zeiten, die wir Quartär-, Tertiär-
Kreidezeit usw. nennen. Jede dieser Zeiten hat ihren eigenen
Mond besessen, dessen Annäherung und späterer Absturz auf der
Erde, gravierend einschneidende Veränderungen ausgelöst hat -
so sagt es die Welteistheorie von Hörbiger. Vor diesem
Hintergrund sind die Eiszeiten, das Entstehen der Kohlenlager,
Kontinentalverschiebungen, Sintflut und möglicherweise auch der
Untergang eines legendären 8. Kontinentes, leicht erklärbar.
Der
Mond, welcher in den Äquatorbreiten um die Erde kreist, erzeugt
dort jenen Flutberg in den Ozeanen, der durch die Erddrehung in
ca. 24 Stunden einmal umläuft. Korrekt gesagt, sind es zwei
Flutberge, die um unseren Planeten kreisen. Einander
entgegengesetzt auf der "Kugel" entsteht einer durch
die Gravitationskraft des Mondes (Zenitflut) und zum anderen
durch die Fliehkräfte im Rotationssystem Erde-Mond (Nadirflut).
Das Hinlaufen der Wassermassen zum Berg und das Rücklaufen ist
jener Vorgang, den wir Gezeiten nennen. Nicht nur auf das
Wasser, sondern auf den gesamten Erdkörper wirken diese Kräfte;
so hebt und senkt sich die Erdkruste durch die Gezeitenkräfte
im Mittel um 25 cm (Gezeitendeformation). Fakt ist auch, dass
durch die Reibung der Wassermassen, bei ihren Ebbe und
Flutbewegungen, dem Drehimpuls der Erde Energie entzogen wird.
Ist der Betrag auch nur gering (0,01 Sek. in einem Jahrhundert),
so ergibt sich daraus die Tatsache, dass dadurch die Mondbahn
immer weiter von der Erde weg verlagert wird. Soweit die
Erkenntnisse der Astrophysik, wie sie in den Schulbüchern
gelehrt wird.
Soll
also Hörbigers Theorie eines Mondabsturzes richtig sein, dann
musste die bremsende Kraft, die auf den Mond wirkte - ganz
gleich welcher Art sie war - größer sein. Sie muss die
Fluchtbewegung kompensieren und darüber hinaus die Entfernung
zur Erde verringern. Erst dann kann man über einen Mondabsturz
ernsthaft diskutieren.
Doch
kehren wir zur Welteistheorie und damit zu Hanns Fischer zurück,
der als Verfechter Hörbigers Theorie aufzeigt, wie sich die
Verhältnisse bei Ebbe und Flut durch die Mondannäherung verändern.
Dies natürlich um so stärker je mehr sich der Trabant der Erde
nähert. Der Mond saugt Wassermassen und auch die Lufthülle als
eine Wulst um den Äquator. Physikalisch verhindert die Massenträgheit
beim Rückfließen einen völligen Rückgang auf Null. Die Erde
erhält die Form eines Brummkreisel. Durch das Abwandern der
Luftmassen an den Polen kann dort die Weltraumkälte besser
zugreifen. Die Folge ist eine Eiszeit, so die These Hörbigers.
Auch hatten die Ozeane andere Gestalt wie heutzutage: Der ewige
Wellenschlag hinterlässt Auswaschungen, die bei einem schnellen
Ablaufen des Wassers, wie bei einen Mondabsturz, erhalten
bleiben und noch heute zu erkennen sind. Bei einem über viele
Jahrtausende andauernden Vorganges wie dem Anheben eines
Kontinentes aus dem Meer (Südamerika, die Sphinx von Gizeh), würden
solche Strandlinien verwischen (Erosion) und heute nicht mehr so
exakt nachzuweisen sein. Fischer meint insbesondere damit die in
den Anden, in 4000m Höhe nachgewiesenen Strandlinien in der Nähe
des Titicacasees. Diese Linien animierten Hörbiger im Jahre
1927 einmal nachzurechnen welche Parameter ein Mond haben müsste,
um das Wasser in diese Höhen hochzusaugen. Der Mond, den er
errechnete hätte, müsste einen Abstand von 5,9 Erdhalbmesser
bei einem Mondumlauf von 19,6 Stunden gehabt haben. Als Länge
des Tages ermittelte Hörbiger 29,4 heutige Stunden. Die Entschlüsselung
des Kalenders am Sonnentor, die Edmund Kiss 1936 durchgeführt
hatte, konnte Hörbiger natürlich nicht kennen. Stellt man die
beiden Ergebnisse einander gegenüber erhält man folgende
Tabelle.
|
|
Hörbiger
|
Kiss
|
|
Tageslänge
|
29,4
Std
|
30,2
Std
|
|
Mondumlauf
|
19,6
Std
|
19,6
Std
|
|
Mondumläufe
im Jahr
|
447
|
447
|
Der
Kalender beginnt mit der Wintersonnenwende und zeigt für das
Jahreszwölftel, welches wir September nennen, 37,2 Mondumläufe.
Auch Hörbiger errechnete diesen Wert. Durch die aufgetürmten
Wassermassen ist eine stark bremsende Wirkung des Wassers auf
die Erdrotation zu verzeichnen, so dass der Tag 29,4 heutige
Stunden aufweist. So hat es Hörbiger ermittelt; wohl nicht ganz
richtig, denn der Kalender zeigt einen anderen Wert. Aber
dennoch eine bewundernswerte Tatsache. Unser heutiges Jahr hat
365 Tage zu je 24 Stunden, das sind 8'760 Stunden für einen
Umlauf um die Sonne. Den Fehlbetrag, welcher durch das
Schaltjahr ausgeglichen wird, wollen wir vernachlässigen. Beim
Inka-Kalender hat das Jahr 290 Tage, das gibt nach Adam Riese
30,2 heutige Stunden für einen Tag.
Dieser
errechnete Mond ist abgestürzt und hat globale Katastrophen
ausgelöst. Die Wassermassen sind zurückgeflossen und als
Sintflut in den Mythen fixiert worden. Die Erde war wieder eine
Kugel. Dann kam der neue Mond, der die Ozeane wiederum ansaugte
und die Erde abplattete. Ein für uns schier unglaubliches
Weltbild. Aber es erklärt einiges, wofür wir heute noch Rätsel
lösen müssen. Wenn ein solcher Mond Wassermassen in eine Höhe
von 4000 m "saugen" kann - vorausgesetzt Hörbiger hat
richtig gerechnet - so müssen auch Monolithe leichter als heute
gewesen sein. Zumindest wenn der Mond darüber stand. Unter
dieser Annahme werden die Monumentalbauten unserer Vorfahren
erklärbarer. Der Absturz muss unerwartet und schnell vor sich
gegangen sein. Überall finden wir halbfertige Bauten sowie in
Steinbrüchen vorbereitete Bauteile. Die Terrassen von Baalbek,
Götterfiguren auf der Osterinsel, der Sonnentempel von
Tiahuanaku sind einige davon. Irgendwas hat den Bauprozess gestört,
und danach hatte man anderes zu tun, oder es war zu schwer
geworden.
Heute
haben wir Computer mit deren Hilfe wir derartige
astrophysikalische Systeme durchrechnen können. Ein solcher
Mondabsturz kann in einem Modell simuliert und alle einzelnen
Phasen ausgewertet werden. Nicht nur um einen alten Kalender als
irdischen zu deklarieren, sondern auch um einige offene Probleme
der Entwicklungsgeschichte unseres Planeten hypothetisch zu
untersuchen. Eine lohnende Aufgabe für Studenten der
Astrophysik. Möglicherweise hat man solches schon getan und in
einem Medium veröffentlicht, das nur von einem kleinen
Fachpublikum gelesen wird.
Staunen
wir noch einmal kurz über die Interpretation aus dem Jahre 1936
zu einem Kalender aus grauer Vorzeit und kehren dann zu Fischer
zurück. Der Autor führt noch weitere Argumente an, die seine
These - es handle sich um einen Kalender aus der Tertiärzeit -
untermauern sollen. Er schreibt dazu "Entscheidend bei der
ganzen Frage ist nun die Tatsache, das die Grundmauern des
Sonnenheiligtums von einer Schicht überdeckt sind, in der sich
Reste vorzeitlicher Tiere aus der Tertiärzeit finden, eine
Erscheinung, die allein genügen würde, die steinernen Funde
(Sonnenheiligtum) eben dem fernen Tertiär zuzurechnen".
Fischer behauptet hier, dass die antiken Mauern von einer
Schicht Erde zugedeckt sind (heute vielleicht: waren) in der
sich Tierreste aus dem Tertiär befinden. Das muss man sich
einmal auf der Zunge zergehen lassen. Er sagt weiter, dass im
Kalender Tiere eingemeißelt sind, die entweder ausgestorben
oder heute auf der Hochebene nicht mehr anzutreffen sind.
Gemeint ist beispielsweise der Kopf des kamelartigen Toxodons,
ein heute ausgestorbenes Tier. Oder aber der fliegende Fisch,
der nur in tropischen Gewässern beheimatet ist und in kalten
Gebirgsbächen nicht leben kann. Ohne das Wissen um diese Tiere,
ist der Kalender nicht zu lesen, schreibt Fischer. Eine
Behauptung, die man nicht so ohne weiteres akzeptieren kann.
Auch ohne Kenntnis über den Ursprung eines Symbols kann ich dem
Zeichen eine Bedeutung zuordnen.
Nun
kommt in seiner Argumentation etwas, dass wir heutzutage sehr
vorsichtig formulieren sollten. Menschen, welche die
Wissenschaft den politischen Strömungen unterordnen, könnten
hier die "arische Rasse" interpretieren. Fischer
schreibt nämlich: "Sogar die Frage, welche Rasse, Träger
dieser urtümlich und erstaunlich hohen Kultur gewesen ist, lässt
sich mit einiger Wahrscheinlichkeit beantworten. In der auch das
Toxoton enthaltenen geologischen Deckschicht fand man nämlich
eine unvollendete Büste eines fraglos nordischen Menschen. Für
den Kenner hätte es allerdings dieses Hinweises nicht bedurft;
denn alles, was im Bereich der Vorinkakultur aus der Tertiärzeit
gefunden wird, atmet den nordischen Geist und zeigt uns die
engen Verknüpfungen, die zwischen jenen uralten Bauwerken und
den Megalithbauten, der Großsteingräberkultur Europas, Afrikas
und Asiens bis hin nach Korea sowie der frühesten Dorik
bestehen." (Doris = Gründervolksstamm der mykenischen
Kultur in Griechenland). Heute gibt es umstrittene Theorien,
welche die blonden, blauäugigen Götter der südamerikanischen
Indianer als Wikinger interpretieren.
Wenn
wir Anfangs von der Mondabsturz- und Mondeinfangtheorie
gesprochen haben, so wurde auch die dazwischenliegende mondlose
Zeit erwähnt. Hörbiger hat sich Gedanken gemacht, warum der
Kalender der alten Mittelamerikaner auf den Daten der Venus
aufbaut. Er kommt zu dem Schluss: In einer mondlosen Zeit ist
die Venus am Himmel das auffallend hellste Objekt. So ist es
ganz natürlich die Zeitrechnung nach ihr aufzubauen. Dazu waren
außerordentlich große astronomische und mathematische
Kenntnisse erforderlich, die von einer hohen Kultur aus der
Tertiärzeit übernommen wurden. Soweit Fischer. Bedenken wir,
die Tertiärzeit endete vor ca. 1,5 Millionen Jahren. Wenn das
Ende mit dem Mondabsturz zusammenfällt, so gilt dieses Alter für
die Kultur am Titicacasee. Eine gewagte Hypothese, die
allerdings nicht mit einem steinernen Kalender, der dazu noch
umstritten ist, bewiesen werden kann. Wir müssten den
Entwicklungskalender der Menschheit enorm korrigieren. Auch die
Geschichtsbücher würden dann ja falsches Zahlenmaterial präsentieren.
Allein schon aus diesem Grunde ist die Gegnerschaft eines
solchen Weltbildes enorm.
Mit
dem Beitrag sollte gezeigt werden, dass unsere Urgroßväter
bereits versucht haben Probleme zu klären, deren Ursprung im
Dunkeln liegt. Auch vor 75 Jahren nahm man nicht alles als Axiom
hin. Man versuchte Widersprüche aufzulösen und setzte dazu
alle damals verfügbaren Mittel ein. So auch die Welteistheorie.
Die Kollision mit einem Himmelskörper als Ursache für das
Sauriersterben ist auch heute in der Diskussion. Auf die Frage:
Wie alt ist die Menschheit?, gibt es auch noch keine eindeutige
Antwort. Heute sind wir (zumindest glauben wir es) mit unseren
Erkenntnissen weiter als die Bauarbeiter der umstrittenen
Bauwerke. So können wir sagen: Da haben euch wohl die Götter
geholfen! Aber ist das richtig gedacht? Warten wir am besten,
bis wir unsere Gene - jene, die durch die Vererbungsgesetze per
Zufall nicht verändert werden eingeschlossen - vollständig
lesen können. Sie werden seit Bestehen der Menschheit immer
durch den weiblichen Part unverändert weitergereicht. In jenen
vier Bausteinen der DNS steckt das Geheimnis der Menschheit.
Ihre Intelligenz, ihre Habgier, ihre Machtsucht, ihre Liebe,
ihre Sanftmut und auch sonst noch alle Charakteristika. So hat
man dadurch bereits herausgefunden, dass die Wiege der
Menschheit in Afrika stand. Können wir die Gene wie einen Text
lesen, dann wird uns auch der Beginn des 'Johannesevangelium'
sicherlich nicht mehr so dunkel erscheinen: "Am Anfang war
das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
Dieses war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dieses
geworden, und ohne dieses ist nichts geworden, was geworden
ist" (Joh. 1.1-3).
[1] Lexikon der Ausserirdischen Phänomene, Erich v. Däniken,
Gondrom Verlag 1992
[2] Enträtselte Vorzeit, Kohlenberg, Langen - Müller Verlag, München
Wien 1970
[4] In Mondloser Zeit, Hanns Fischer, Jungborn Verlag, Rudolf
Gust, Bad Herzburg
1928, Seite 145ff
[5] Die Bibelzitate sind entnommen aus: Die Heilige Schrift, Übersetzt
und neu
Bearbeitet von Dr.Hermann Menge, Berlin
1960
[6] Das Platon Zitat ist entnommen aus Atlantis, Eberhard
Zangger, Knaur 1994
[7] Erstauliche Entdeckungen, Hanns Fischer, in Bibliothek der
Unterhaltung und des Wissens 13/1936, UDV, Stuttgart Berlin
Leipzig


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